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23.04.2017 - 11:49 Uhr

Holzmindener RunArtist Jan Kaschura schnellster deutscher Mann beim Hannover Marathon

Hannover/Holzminden (red). Neun RunArtist Läufer fuhren zum Hannover Marathon, um beim Marathon oder Halbmarathon zu starten. Es war fast ein Familienausflug, Ehepartner, Eltern und Geschwister, Oma, Freundin und Freunde,  fuhren mit in die Landeshauptstadt, um ihre Liebsten zu unterstützen und dabei selbst enorme Laufstrecken zu absolvieren.  Für das Event und die vielen begeisterten Zuschauer war es das ideale Wetter, für einige Athleten waren die frühlingshaften 20° C  schon zu warm. 

Im Marathon war es für Jan Kaschura ein weiterer Angriff auf seine persönliche Bestzeit, für Sascha Hettmann der zweite Marathon; seinen letzten lief er  vor sieben Jahren. Für Larissa Scheidemann, Dennis Einwohlt und Sedat Sarp war es der erste Marathon. Alle drei hielten sich an die Trainingsvorgaben von Jan und waren damit auch gut vorbereitet. 

Larissa Scheidemann hatte sich im Winter entschieden, ihren ersten und vielleicht auch einzigen Marathon zu laufen. Dieser sollte dann natürlich optimal verlaufen. Um den umfangreichen Plan zu bewältigen, hatte sie einiges an ihrem Tagesablauf geändert. Den Marathon ging sie schnell an, vielleicht etwas zu schnell. Die ersten 10 km wurden nach  46:25 Minuten erreicht, nach Erreichen der Halbmarathondistanz, die sie in 1:38 Stunde lief, musste sie ihr Tempo korrigieren. Nach der ersten Hälfte wusste sie, dass Marathon ein ganz anderer Lauf ist und sie musste kämpfen. Unterstützt wurde sie dabei von ihrer Familie und Freunden, ihr Vater ließ es sich nicht nehmen, ein Stück mitzulaufen. Endlich lag das Ziel vor ihr, die Ziellinie überquerte sie nach 3:27:04 Stunden. Nicht ihre Wunschzeit, aber zufrieden und stolz, dass sie Körper und vor allem Kopf besiegt hat. Diese Zeit ist neuer Kreisrekord in W35. Den alten Rekord hat Scheidemann um 12:24 Minuten unterboten. Sie belegte in ihrer Altersklasse den 6. Platz von 41. Starterinnen.  In der Gesamtwertung der Frauen kam sie auf Platz 29. 

Jan Kaschura liebäugelte in diesem Rennen mit einer Zeit unter 2:30 Stunden. Von Beginn an schloss er sich der Verfolgergruppe der späteren Siegerin, Fate Tola, an. Das Tempo passte super, er kam gut ins Rollen. Kilometer für Kilometer wurden abgespult. Kaschura genoss die tolle Stimmung an der Strecke. 10 km in 35:33 und den Halbmarathon in 74:52 Minuten, es lief optimal. Leider wurde die Gruppe dann langsamer, er musste sich von der Gruppe lösen und war von nun an auf sich allein gestellt. Er konnte zwar noch einen Kenianer und einen Japaner überholen, dann war weit und breit kein Läufer zu sehen. Doch dann kam überraschende Hilfe. Sein Online-Trainer Peter Greif begleitete den Marathon mit dem Rad, da er immer einige Schützlinge im Rennen hat. Er feuerte Jan an, gab ihm Tipps und er war einfach da und wollte helfen, Jans Traumzeit zu erlaufen. Doch Jan merkte schon einige Kilometer vor dem Ziel, daraus würde nichts werden. Auf dem letztem Kilometer gab er noch mal alles. Dieser Kilometer ist der schönste des ganzen Marathons. Eine immer lauter werdende Allee von Menschen, die einen ins Ziel tragen will. Nach 2:31:14 Stunden kam er zufrieden ins Ziel. „Ich wusste, dass es eng wird unter 2:30 zu laufen“, meinte Kaschura nach dem Rennen. „Ich habe die Zeit drauf, doch dann muss alles passen.“ 

Neue persönliche Bestzeit, neuer Kreisrekord in M30, den eigenen um anderthalb Minuten unterboten. Und es kam noch besser. Kaschura war schnellster deutscher Läufer, ein unerwartetes Ergebnis. Beim  Zieleinlauf wurde vom Moderator erwähnt, dass es für die Holzmindener Region ein Wahnsinn ist, so eine Zeit und Platzierung zu erzielen. In seiner Altersklasse wurde er Fünfter, insgesamt wurde er Elfter.

Nach sieben Jahren wollte Sascha Hettmann wieder einen Marathon laufen. Er hatte längere Zeit mit dem Laufen ausgesetzt, aber jetzt hervorragend trainiert. Unterstützt von Freundin Marisa und Familie wollte er sein Ziel, unter drei Stunden  zu finishen, erreichen.  Die 10 km wurden nach 42:18, der Halbmarathon nach 88:49 Minuten abgehakt. Doch die Beine wurden immer schwerer und Hettmann musste beißen. Getragen von den Emotionen an der Strecke der zum Ende hin immer lauter werdenden Zuschauer, verpasste er sein selbst gestecktes Ziel nur knapp. 3:01:14 Stunden, das bedeutet Platz 18 in seiner Altersklasse und Platz 95 unter allen Männern. Seine persönliche Bestzeit hat er damit um mehr als 16 Minuten verbessert.

Vor zwei Jahren fasste Dennis Einwohlt den Entschluss, einige Kilo abzuspecken, 105 kg waren zu viel. Das Laufen sah er als ideales Hilfsmittel. Doch beim Abspecken blieb es nicht, er hatte Feuer gefangen und wollte mehr. Nach 10 km und Halbmarathon hieß es in Hannover nun Marathon.  Das harte Training war nicht immer einfach mit drei kleinen Kindern, Schichtarbeit, Haus und Garten. Aber die Familie stand hinter ihm. Dennis lief wie ein Uhrwerk, die 10 km schaffte er in 44:04, der Halbmarathon war nach 92:30 Minuten geschafft. Auch in der zweiten Hälfte schwächelte er nicht und kam mit 3:04:52 Stunden acht Sekunden schneller als seine Wunschzeit ins Ziel. In seiner Altersklasse ist das 16. Platz von 200 Startern. In der Gesamtwertung kam er auf Platz 117 von insgesamt 1568 männlichen Startern. 

Sedat Sarp, auch noch ein unerfahrener Läufer, wollte nach einem 10 km Wettkampf vor zwei Jahren und einem Halbmarathon im Vorjahr jetzt auch einen Marathon laufen. Bei diesem ersten Marathon sollte ihm ein Missgeschick passieren. Als er die Startlinie überquerte, bemerkte er, dass die anderen Läufer ein kleines gelbes Teil am Schuh hatten und er nicht. 'Der Chip zur Zeitmessung', schoss es ihm durch den Kopf. Zurück zum Kleiderbeutel, den seine Freundin hatte. Chip an den Schuh und als letzter Läufer über die Startlinie. Da er unter vier Stunden laufen wollte, hatte er eigentlich vor, sich an den Pacemaker für vier Stunden zu hängen, aber der hatte nun einige Minuten Vorsprung. Es gelang ihm, den Pacemaker einzuholen. Diese Aufholjagd kostete so viel Kraft, dass er das Tempo nicht mehr halten konnte. 4:03:11 Stunden war seine Endzeit in dem Marathon mit Hindernissen. Im Nachhinein musste er mit dieser Zeit zufrieden sein. Einen weiteren Erfolg gab es dann in der Mannschaftswertung im Marathon. Der kleine Verein RunArtist ließ 107 Mannschaften hinter sich und belegte in der Besetzung Kaschura – Hettmann – Einwohlt den zweiten Platz.

Drei RunArtist Läufer starteten im Halbmarathon. Thorsten Raulfs und Ulrich Radtke nahmen an der Deutschen Meisterschaft teil, Lars Meier nahm als spontaner Nachmelder teil. Fast 9.000 Starter standen an der Startlinie. Raulfs und Radtke hatten sich bei der Anmeldung zu dieser Meisterschaft einiges vorgenommen, doch es kam anders. Beide hatten während der Vorbereitung Verletzungsprobleme und konnten nicht richtig trainieren. So hatte Radtke das Minimalziel, zwischen 1:30 und 1:35 Stunden zu laufen. Das gelang dann auch, aber es war ein harter Lauf. Bei 1:33:49 Stunden blieb die Uhr stehen, in der Deutschen Meisterschaft war das der 291. Platz von 425 Männern, in seiner Altersklasse der 23. Platz.

Auch bei Raulfs lief es nicht rund. Fehlendes Training, einige Wehwehchen, die Wärme – alles kam zusammen. Er kam nach 1:45:18 Stunden als 45. seiner Altersklasse ins Ziel. Nicht sein Anspruch, doch er hatte es versucht und das gegeben, was zurzeit möglich ist. Meier hatte sich erst am Morgen entschieden, am Halbmarathon teilzunehmen. Es ist immer wieder überraschend, was er im Stande ist zu laufen, wenn man sein Lauftraining kennt. Er holt sich seine Kraft und Ausdauer durchs Radfahren; bei regelmäßigem Lauftraining wäre er bestimmt eine feste Größe in der Läuferwelt. Mit 1:28:57 Stunden war er schnellster RunArtist im Halbmarathon. 

Dann war natürlich auch noch Roswita Schlachte am Start der Deutschen Meisterschaft, wieder für Eintracht Hannover. Ihr Ziel unter 1:50 Stunden zu laufen, hat sie verpasst. Sie haderte mit der Wärme. 1:52:17 Stunden benötigte sie für den Halben. Wenn man ihr Training kennt, weiß man, dass es eine gute Zeit ist. Sie freut sich jetzt auf den Paderborner Osterlauf und dann auf ihre Spezialität, die Hindernisläufe.

Beim letzten Start des Events war Bastian am Start, es ging über 10 km. Es war sein erster Auftritt bei einem solchem Großevent. Er war überrascht und teilweise genervt von dem ganzen Trubel, den er ja nur vom Hörensagen kannte. Da er vor zwei Wochen in Springe Bestzeit gelaufen ist, waren er und seine Mannschaftkollegen gespannt, was heute rauskommen würde. Nach zwei zähen Kilometern mit vielen Ausweichmanövern kam er gut in Schwung. Die Zeit, die er sich vorgenommen hatte, sollte nicht raus kommen. Mit 43:53 Minuten war er dann um mehr als 30 Sekunden schneller als bei seinem Wettkampf in Springe – natürlich neue Bestzeit.


Foto: Run Artist

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