Top 5 Nachrichten der Woche
COVID-19
Montag, 29. Juni 2020 18:14 Uhr
Corona in Niedersachsen: Nur noch 867 aktive Infektionen
Freitag, 26. Juni 2020 13:35 Uhr

Hannover (red). 13.411 Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus sind bis heute - Freitag, 9 Uhr - in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Insgesamt 629 an Covid-19 Erkrankte wurden dem NLGA als verstorben gemeldet.

Genesen sind in Niedersachsen nach einschlägiger Hochrechnung* 11.864 der bislang gemeldeten laborbestätigten Fälle. Das entspricht 88,5 Prozent. Insgesamt sind zurzeit 918 Aktive Infektionen mit dem Coronavirus bekannt.

In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 250 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt: Davon liegen 206 Erwachsene auf Normalstationen, 42 Erwachsene benötigen intensivmedizinische Behandlung. Auf den Intensivstationen müssen 24 Erwachsene beatmet werden, davon eine Person auf einem ECMO-Platz. Zwei Kinder werden im Krankenhaus auf einer Normalstation behandelt.

Kommune

Bestätigter Fall

Änderung zum Vorbericht

Verstorben

Änderung zum Vorbericht

Kumulierte 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Ew

LK Ammerland

189

0

5

0

0,8

LK Aurich

130

0

8

0

0,0

LK Celle

220

0

15

0

0,0

LK Cloppenburg

123

7

0

0

4,1

LK Cuxhaven

365

1

20

0

2,5

LK Diepholz

388

1

26

0

4,6

LK Emsland

464

3

25

0

0,9

LK Friesland

35

0

2

0

1,0

LK Gifhorn

160

1

4

0

1,7

LK Goslar

258

0

25

0

0,0

LK Göttingen

1223

3

76

1

33,2

LK Grafschaft Bentheim

247

0

18

0

0,0

LK Hameln-Pyrmont

135

0

7

0

1,3

LK Harburg

557

0

13

0

1,6

LK Heidekreis

75

0

2

0

0,7

LK Helmstedt

141

0

1

0

0,0

LK Hildesheim

416

0

7

0

3,3

LK Holzminden

106

0

7

0

0,0

LK Leer

147

0

5

0

0,0

LK Lüchow-Dannenberg

21

0

3

0

0,0

LK Lüneburg

168

0

0

0

0,0

LK Nienburg (Weser)

77

1

4

0

1,6

LK Northeim

142

2

5

0

6,8

LK Oldenburg

254

6

15

0

19,8

LK Osnabrück

1227

1

62

0

1,1

LK Osterholz

118

1

0

0

0,9

LK Peine

161

0

11

0

0,7

LK Rotenburg (Wümme)

110

0

2

0

0,0

LK Schaumburg

161

-1

7

0

0,0

LK Stade

215

1

8

0

1,0

LK Uelzen

44

0

0

0

0,0

LK Vechta

347

0

11

0

0,7

LK Verden

240

0

6

2

2,2

LK Wesermarsch

71

0

2

0

0,0

LK Wittmund

41

0

0

0

0,0

LK Wolfenbüttel

190

0

14

0

0,0

Region Hannover

2772

3

115

0

3,8

SK Braunschweig

336

1

18

0

1,6

SK Delmenhorst

97

3

3

0

15,5

SK Emden

19

0

0

0

0,0

SK Oldenburg

175

4

1

0

2,4

SK Osnabrück

500

0

15

0

1,2

SK Salzgitter

151

1

9

0

5,8

SK Wilhelmshaven

27

0

1

0

0,0

SK Wolfsburg

368

0

51

0

4,8

Gesamt

13411

39

629

3

3,5

Donnerstag, 25. Juni 2020 10:54 Uhr

Hannover (red). Die niedersächsische Landesregierung hat beschlossen, die Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus um ein Beherbergungsverbot für Personen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf (NRW) zu ergänzen.

Damit ist es Betreiberinnen und Betreibern von Beherbergungsstätten wie Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen in Niedersachsen ab Freitag nicht mehr erlaubt, Personen unterzubringen, die ihren ersten Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt im Kreis Gütersloh oder im Kreis Warendorf haben.

Die Landesregierung reagiert mit dieser Regelung auf den Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb im Kreis Gütersloh und das damit verbundene Infektionsgeschehen. In den genannten Kreisen ist der von Bund und Ländern festgelegte Schwellenwert für Neuinfektionen von 50 Fällen pro 100.000 EinwohnerInnen in einem Zeitraum von sieben Tagen deutlich überschritten: Im Kreis Gütersloh beträgt die 7-Tages-Inzidenz laut RKI (Stand: 24.6.2020) 270,3 Fälle pro 100.000 EinwohnerInnen, im Kreis Warendorf sind es 66,2 Fälle pro 100.000 EinwohnerInnen. Vor dem Hintergrund, dass andere Ferienländer wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern als Urlaubsregionen für Menschen aus den diesen Kreisen nicht mehr in Betracht kommen, wäre ein Ausweichen auf Niedersachsen zu befürchten gewesen.

Wer aus den betroffenen Kreisen kommt und dennoch einen Urlaub in Niedersachsen antreten möchte, kann ein ärztliches Zeugnis vorlegen, das einen negativen Test auf Covid-19 bescheinigt. Für diese Personen gilt das Beherbergungsverbot nicht. 

Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann erklärt dazu: „Es ist wichtig, dass wir eine dynamische Entwicklung des Infektionsgeschehens wie im März verhindern, als das Virus unter anderem aus Skigebieten massiv nach Niedersachsen eingetragen wurde. Wir wollen aber nicht, dass die Menschen aus diesen besonders betroffenen Kreisen stigmatisiert werden. Deshalb steht einem Urlaub in Niedersachsen bei einem vorliegenden ärztlichen Zeugnis auch nach dieser Verordnungsänderung nichts im Wege.“

Mittwoch, 24. Juni 2020 13:44 Uhr

Hannover (red). 13.331 Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus sind bis heute - Mittwoch, 9 Uhr - in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Insgesamt 625 an Covid-19 Erkrankte wurden dem NLGA als verstorben gemeldet. Genesen sind in Niedersachsen nach einschlägiger Hochrechnung* 11.693 der bislang gemeldeten laborbestätigten Fälle. Das entspricht 87,7 Prozent. Demnach sinkt die Zahl der aktiven Infektionen in Niedersachsen - heute 1.013 Fälle - wieder leicht, nachdem vor gut einer Woche Werte um 1.150 Fälle registriert worden sind.

In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 267 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt: Davon liegen 221 Erwachsene auf Normalstationen, 42 Erwachsene benötigen intensivmedizinische Behandlung. Auf den Intensivstationen müssen 18 Erwachsene beatmet werden, davon zwei auf einem ECMO-Platz. Vier Kinder werden im Krankenhaus auf einer Normalstation behandelt.

Montag, 22. Juni 2020 21:24 Uhr

Hannover (red). 13.264 Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus sind bis heute - Montag, 9 Uhr - in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Insgesamt 620 an Covid-19 Erkrankte wurden dem NLGA als verstorben gemeldet. Insgesamt sind in Niedersachsen zurzeit 1.070 aktive Infektionen bekannt, am Vortag waren es 1.077 und am Samstagmorgen 1.005 Fälle.

Genesen sind in Niedersachsen nach einschlägiger Hochrechnung* 11.574 der bislang gemeldeten laborbestätigten Fälle. Das entspricht 87,3 Prozent. In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 247 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt: Davon liegen 196 Erwachsene auf Normalstationen, 49 Erwachsene benötigen intensivmedizinische Behandlung. Auf den Intensivstationen müssen 21 Erwachsene beatmet werden, davon vier auf einem ECMO-Platz. Zwei Kinder werden im Krankenhaus auf einer Normalstation behandelt.

Region Aktiv
Donnerstag, 02. Juli 2020 18:29 Uhr
Schünemann: Kontaktsportarten bis 30 Personen wieder möglich
Donnerstag, 02. Juli 2020 14:37 Uhr

Holzminden (red). Der Rotary-Club Holzminden hat einen neuen Vorsitzenden: Heiko Hartmann, Inhaber der Malerei Hartmann in der Böntalstraße in Holzminden hat das Ehrenamt des Präsidenten von seinem Vorgänger, dem HNO-Arzt Dr. med. Georg Thönnissen übernommen. Bei den Rotariern wechselt die Präsidentschaft turnusmäßig Jahr für Jahr zum 01. Juli.

Der scheidende Präsident nutzte die aus diesem Anlass stattfindende Feierstunde im Hotel Kiekenstein für einen Rückblick auf seine Amtszeit. Immer noch tief betroffen zeigte sich der Präsident vom Tod des langjährigen Clubmitglieds Adolf Reitz, der viel Gutes für seine rotarischen Freunde und seine Mitmenschen getan hat. Positiv konnte von Dr. Thönnissen auf die beachtenswerte Summe von ca. 25000 € für soziale Zwecke verwiesen werden, die unserer Region unmittelbar zu Gute kommen. Aber auch das Vereinsleben kam nicht zu kurz: erwähnt sei hier nur die Clubfahrt nach Aachen oder die stimmungsvolle Weihnachtsfeier in der hübschen Kirche in Dielmissen. Leider konnten wegen der Corona Pandemie nicht alle Projekte durchgeführt werden – hier sei besonders das Treffen mit unseren niederländischen Freunden aus Hardenberg erwähnt. Außerdem mussten neue Formen der Gemeinschaft gefunden werden, wie etwa die Online-Meetings über ZOOM.

Aus der Sicht der rotarischen Freunde ist Dr. med. Georg Thönnissen seinem Motto: Quidquid agis prudenter agas et respice finem „Was immer du tust, tue es klug und bedenke das Ende“  in vollem Umfang gerecht geworden.

Die Arbeit des neuen Präsidenten Heiko Hartmann mit seinem Vorstand wird geprägt sein von den Einschränkungen des rotarischen Engagements durch die Nachwirkungen des Lockdowns und der noch bestehenden Einschränkungen. Gerade für einen Club, der sehr auf kommunikativer und freundschaftlich enger Zusammenarbeit basiert, ist dies eine besondere Herausforderung. So musste zu unserem Bedauern das schon zur Tradition gewordene „Entenrennen“ auf der Weser für den September diesen Jahres abgesagt werden. Für die Fortsetzung der Clubaktivitäten verspricht der neue Präsident sein volles Engagement.

Donnerstag, 02. Juli 2020 11:05 Uhr

Holzminden (red). Die Kontaktstelle für Selbsthilfe des Paritätischen Holzminden sucht Interessent*innen für die Neugründung einer Selbsthilfe-Gruppe für Menschen mit Polyneuropathie. Bei einer Polyneuropathie entstehen Schäden an vielen peripheren Nerven. Das sind die Nervenfasern außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Es gibt ganz unterschiedliche Symptome. Viele haben Gefühlsstörungen, Missempfindungen und Schmerzen. Es kribbelt, brennt, sticht oder es besteht eine Überempfindlichkeit. Ebenso haben mache Taubheitsgefühle oder ein vermindertes Temperaturempfinden. Auch das vegetative Nervensystem kann bei einer Polyneuropathie betroffen sein. Es regelt Körperfunktionen wie den Herzrhythmus, die Verdauung oder die Harnblase.

In einer Selbsthilfe-Gruppe kommen Menschen mit ähnlicher Betroffenheit zusammen, um sich auszutauschen. Sie unterstützen und bestärken sich gegenseitig in ihrer Selbstbestimmtheit und Kraft und können unterschiedliche Wege der Krankheitsbewältigung aufzeigen.

Sobald genügend Interessierte zusammen sind, wird ein Informationsabend stattfinden. Es ist geplant, sich regelmäßig in Holzminden zu treffen. Über die konkrete Ausgestaltung wird gemeinsam beim Gründungs-Treffen entschieden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Kontaktstelle für Selbsthilfe  des Paritätischen Holzminden. Josina Starke ist erreichbar unter 05531 – 93 27 -25 oder unter selbsthilfe.holzminden@paritaetischer.de.

Donnerstag, 02. Juli 2020 10:49 Uhr

Solling (red). Im Hutewald Solling der Niedersächsischen Landesforsten erfolgte jüngst die alljährliche große Pferdezählung und -sortierung. Die insgesamt 60 Exmoorponys aus dem Solling sind Deutschlands größter Bestand dieser Pferderasse im Besitz des Naturparks Solling-Vogler und der Weidegenossenschaft e.G.

Deren Mitarbeiter trieben Mitte Juni 29 Ponys in einer speziellen Fanganlage zusammen. Die Tiere sind inzwischen auf Standorte im Weserumlauftal bei Wahmbeck und in Silberborn verteilt. Ziel der Sammelaktion nahe Nienover war es, den Tierbestand zu erfassen, die Chips der Pferde auszulesen und die neugeborenen Fohlen erstmalig zu chippen sowie die ganze Herde tierärztlich zu begutachten. Bei der jüngsten Pflanzeninventur stellten Forstleute die Ausbreitung seltener Arten fest.

Der stark gefährdete Stechginster (Ulex europaeus) wächst unter den Klauen und Mäuler der Weidetier ebenso heran wie der ebenfalls dort vorkommende seltene Deutsche Ginster. Beide Arten sind an die Beweidung bestens angepasst und können sich mit spitzen Stacheln vor den Mäulern der Ponys retten. Der Stechginster galt zuletzt im Solling als ausgestorben und wurde dort noch vor 100 Jahren nachgewiesen.

Ponysortierung verlangt gute Teamarbeit

„Eine Ponysortierung dauert mehrere Stunden und ist Teamarbeit“, sagte Holger Schwerdtfeger, der das Beweidungsprojekt leitet. „Sowohl unsere Tierbetreuer als auch die Bundesfreiwilligen Greta Schröder und Daniela Lönnecker halfen beim Einfangen und Sortieren“. Von einer Vorfanganlage aus durchlief jedes einzelne Pony die Einzelschleuse zur Sortierung. Dabei konnten die Daten des implantierten Chips ausgelesen und das jeweilige Tier erfasst werden. Tierarzt Klaus Steinmetz chippte die in diesem Jahr neugeborenen Fohlen in der Einzelschleuse. Damit sind auch sie jetzt dauerhaft identifizierbar.

Die Exmoorponys leben im Hutewald und auf anderen Weidestandorten im Naturpark Solling-Vogler quasi in freier Wildbahn. Im Gegensatz zu den dort ebenfalls für den Naturschutz eingesetzten Heckrindern sind die Exmoorponys nicht besonders scheu und lassen Menschen in ihrer Nähe zu. Sie gelten als eine der ursprünglichsten Pferde Europas und stammen aus dem Südwesten Englands. Sie eignen sich dank ihrer robusten Art und ihr Fressverhaltens hervorragend zur Landschaftspflege. 

Landschaftspflege mit Hufen und Zähnen begünstigt gefährdete Arten

Mit ihren Hufen und Zähnen sorgen Exmoorponys gemeinsam mit den Heckrindern für das Freihalten von Flächen. Sie sichern somit wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Auch die Ausbreitung des jetzt identifizierten Stechginsters geht auf die Beweidung in der Neuen Hute zurück. Forstleute vermuten, dass der Samen sowohl vom Deutschen Ginster als auch vom Stechginster seit langer Zeit im Boden geschlummert hatte und nun erst wieder keimen konnte

Seit nunmehr 20 Jahren bewirtschaften die Niedersächsischen Landesforsten ihren Hutewald Solling in einer vielfältigen Kooperation. Auf 220 Hektar großer Fläche, der sogenannten „Hute“, pflegen sie den Wald nach kulturhistorischer Bewirtschaftung – eine Nutzung zwischen Beweidung und Forstwirtschaft. Forstleute erhalten die warmen und lichten Eichenwälder zum Nutzen vor allem der Insekten und derjenigen Tiere, die sich von Insekten ernähren. Von der Beweidung profitieren aber auch viele Pflanzenarten zum Beispiel auf den lichten Bereichen im Wald. Beweidung und die vorsichtige Nutzung erhalten den sensiblen Lebensraum Hutewald, der als Heimat für seltene Tierarten wie dem Eremit oder Hirschkäfer dient. Ohne die langfristige forstliche Bewirtschaftung würde dieser aus Menschenhand geschaffene Kunst-Wald allmählich verwildern. 

Bundesweit bekannt und mit neuem Panoramaweg erschlossen 

Das Hutewaldprojekt der Landesforsten ist im Laufe der Jahre nicht nur bundesweit bekannt geworden, sondern strahlt auch über Ländergrenzen hinaus. So erreichen den Naturpark Solling-Vogler Kaufanfragen aus Dänemark und jüngst aus der Ukraine, um die Pferderasse dort in Schutzgebieten einzusetzen. Da sich die zugänglichen Exmoorponys auch als Reit-, Zug- oder Kutschpferde eigenen, werden überzählige Ponys auch an geeignete Privatpersonen abgegeben. Das jüngste Highlight ist der fertig beschilderte Panoramaweg durch die Neue Hute. 

Ein Fernsehteam von Sat.1 regional begleitete die diesjährige Ponysortierung. Der Bericht wurde bereits am 18. Juni ausgestrahlt und ist in der Mediathek zu finden https://www.sat1regional.de/waldverjuengung-exmoor-ponys-pflegen-den-hutewald-im-naturpark-solling-vogler

Foto: Naturpark

Mittwoch, 01. Juli 2020 16:08 Uhr

Holzminden (red). Hochschulstudium und Berufsausbildung kombinieren – da denkt man in der Regel als erstes an ein duales Studium. Aber es geht auch anders: Jordis Multhaup und Johan Augustin studieren Betriebswirtschaft berufsbegleitend an der HAWK in Holzminden und haben zeitgleich eine Ausbildung zur Industriekauffrau bzw. zum Industriekaufmann absolviert. Damit haben sie einen Sonderweg gewählt, der Ausbildung, Studium und Berufstätigkeit individuell miteinander verbindet.

Jordis Multhaup hat sich in ihrem letzten Ausbildungsjahr an der HAWK eingeschrieben. „Für mich war schon während der Ausbildung klar, dass ich noch ein Studium anschließen möchte“, berichtet die 22-Jährige. Mit ihrem Wirtschaftsabitur wäre das auch direkt möglich gewesen. Aber ein Vollzeitstudium kam für sie nicht infrage: „Ich wollte weiterarbeiten und mir hätte der Praxisbezug gefehlt. In der Ausbildung kann man Gelerntes direkt anwenden. Das geht in meinem Studium auch, und ich merke, je weiter ich komme, desto besser verstehe ich Zusammenhänge im Job.“

Studienbeginn im letzten Ausbildungsjahr

Auf den Teilzeit-Studiengang an der HAWK wurde Jordis Multhaup durch einen Lehrer an ihrer Berufsschule aufmerksam. Das Vor-Ort-Angebot überzeugte die gebürtige Holzmindenerin und sie entschied, das Studium schon parallel zu ihrer Ausbildung aufzunehmen. „Lernen fiel mir glücklicherweise immer leicht, darum habe ich mir das zugetraut“, erklärt sie. Während der Abschlussprüfungen habe sie die Doppelbelastung jedoch besonders gefordert. „Zwei Tage vor den Prüfungen des zweiten Semesters hatte ich meine mündliche Abschlussprüfung“, erinnert sich Jordis Multhaup. „Da haben die Noten im Studium schon etwas gelitten. Aber ich dachte mir, es gibt ja noch sieben weitere Semester, und seit meinem Abschluss habe ich meine Studienleistungen auch deutlich verbessert.“ Heute arbeitet Jordis Multhaup in der Abteilung Flavor Sales EAME (Europe, Africa, Middle East) ihres Ausbildungsbetriebs Symrise, einem internationalen Global Player der Aroma- und Duftstoffindustrie. Parallel studiert sie nun schon im vierten Semester. „Das klappt gut, weil das Studium zum großen Teil online stattfindet und die Lehrveranstaltungen aufgezeichnet werden. Wenn mir nach einem langen Arbeitstag die Konzentration für die abendliche Vorlesung fehlt, kann ich das nacharbeiten.“

Studium und Ausbildung parallel

Johan Augustin startete ins Studium, bevor er mit der Ausbildung begann. Nach dem Abitur nahm er sich ein Jahr Zeit, um sich zu orientieren: „Ich wollte studieren, aber mit Praxisbezug. Da wurde der berufsbegleitende BWL-Studiengang an der HAWK gegründet, und ich gehöre zum ersten Jahrgang.“ Während des ersten Studienjahres absolvierte Johan Augustin ein Praktikum bei seinem späteren Ausbildungsbetrieb und heutigen Arbeitgeber Stiebel Eltron. Das Unternehmen ist auf Produkte aus den Bereichen Warmwasser, Raumheizung, Klima und erneuerbare Energien spezialisiert. Im dritten Semester begann Johan Augustin mit der Ausbildung zum Industriekaufmann. Die inhaltlichen Überschneidungen brachten für den 23-Jährigen Vorteile: „Was ich im Studium schon durchgenommen hatte, zum Beispiel Rechnungswesen, allgemeine BWL und Volkswirtschaftslehre, konnte ich in meiner Ausbildung anwenden.“ Umgekehrt habe auch die Ausbildung dem Studium vorgegriffen, etwa bei der Kosten- und Leistungsrechnung. „Ich hatte das Glück, oft nur einmal für zwei vergleichbare Themen lernen zu müssen. Wobei ich schon manchmal Inhalte wiederholen oder vertiefen musste.“ In den Prüfungsphasen sei es jedoch stressig geworden. „Meine Nächte waren in diesen Phasen oft kurz“, erinnert sich Johan Augustin. „Aber ich neige auch dazu, das Lernen aufzuschieben. Da kann man sich besser organisieren.“ Mittlerweile hat Johan Augustin seine Berufsausbildung abgeschlossen und arbeitet als Strategischer Einkäufer bei Stiebel Eltron. Im kommenden Semester schreibt er seine Bachelorarbeit. Dafür möchte er ein Thema mit seinem Arbeitgeber wählen. Dessen Entgegenkommen während des gesamten Studiums schätzt Johan Augustin sehr: „Wenn ich mal ein verlängertes Wochenende brauche, weil Präsenzveranstaltungen oder Prüfungen anstehen, ist das in der Regel kein Problem. Außerdem ist für meine Stelle ein abgeschlossenes Hochschulstudium Voraussetzung. Damit greift mein Arbeitgeber meinem Studienabschluss vor, ein großer Vertrauensbeweis.“

Persönlicher Erfolg und starker Wille als Antrieb

Für welchen Weg man sich auch entscheidet: Ein berufsbegleitendes – oder ausbildungsbegleitendes – Studium erfordert Motivation und Selbstdisziplin. „Sich regelmäßig hinsetzen, Vorlesungen besuchen und den Stoff fürs Selbststudium bearbeiten, dafür braucht man einen gewissen Willen“, betont Johan Augustin. Aber wenn er mal ein Motivationstief habe, könne er sich darauf verlassen, dass ihn seine Kommiliton/inn/en, die alle dasselbe Ziel haben, mitziehen.

„Mir hilft das Wissen, dass ich das vor allem für mich mache“, meint Jordis Multhaup. „Auch, wenn ich beruflich noch keine konkreten Pläne für die Zeit nach meinem Abschluss habe, so öffnet er mir doch viele Türen – und das kann mir keiner mehr nehmen.“

Foto: HAWK

Blaulicht
Donnerstag, 02. Juli 2020 10:03 Uhr
Vermutlicher Pferdediebstahl mit Todesfolge - Zeugen und Unfallfahrer gesucht
Mittwoch, 01. Juli 2020 10:30 Uhr

Höxter (red). Da staunten die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Wegetalstraße in Höxter nicht schlecht: In ihrem privaten Garten hielt sich ein fremder Mann auf, hörte laut Musik, tanzte dazu und machte es sich auf einer Sitzbank gemütlich.

Aufgefallen war der zunächst friedliche Mann den Bewohnern am Dienstag, 30. Juni, gegen 17.30 Uhr. Die höfliche Aufforderung, das Anwesen zu verlassen, ignorierte der 41-Jährige allerdings.

Nach wiederholter Ansprache durch verschiedene Bewohner weigerte er sich weiterhin, den Garten zu verlassen. So entwickelte sich ein Streit, in dessen Verlauf der offenbar stark alkoholisierte Mann die Bewohner beleidigte, bedrohte und schließlich mit einer gefüllten Gießkanne warf, bevor er das Grundstück verließ. 

Die hinzugerufenen Beamten der Polizei Höxter konnten den aus Höxter stammenden Mann in direkter Nähe aufgreifen und überprüfen. Ein vor Ort durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von mehr als zwei Promille. Er erhält nun mehrere Strafanzeigen unter anderem wegen Beleidigung und Bedrohung.

Dienstag, 30. Juni 2020 18:58 Uhr

Beverungen (red). Die Polizei im Kreis Holzminden hat einen Tatverdächtigen festnehmen können, der für zahlreiche Diebstähle und Einbrüche im Raum Lauenförde und Beverungen in Frage kommt. Bei ihm wurde mögliches Diebesgut wie Werkzeuge und Elektro-Gegenstände sichergestellt, das zum Teil noch keinen angezeigten Taten zugeordnet werden konnte.

Daher fragt nun die Polizei Höxter: Wer wurde im Laufe der vergangenen sechs Wochen Opfer eines Diebstahls oder eines Einbruchs, hat die Tat bisher aber noch nicht bei der Polizei angezeigt?

Die möglichen Einbrüche wurden offenbar in dem Bereich Lauenförde und Beverungen verübt, hauptsächlich sind Kellerräume, Gartenlauben, Garagen und Carports angegangen worden. Wer Geschädigter ist oder Hinweise geben kann, sollte sich mit der Polizei in Höxter unter der Telefonnummer 05271/962-1435 in Verbindung setzen.

Taten auf dem Gebiet des Landes Niedersachsen sollten dem Polizeikommissariat Holzminden, Telefon 05531/958-141, gemeldet werden

Dienstag, 30. Juni 2020 12:03 Uhr

Holzminden (red). Am Montag, gegen 16.45 Uhr, kam es im Bereich Sollingstraße, Einmündung zur Moltkestraße, zu einem Verkehrsunfall. Dabei wurde ein Radfahrer leicht verletzt. Ein Lkw mit Anhänger (vermutlich grau/blau) befuhr die Sollingstraße stadtauswärts und berührte im Einmündungsbereich zur Moltkestraße den in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer auf dessen Pedelec. Dabei stürzte der Radfahrer und wurde verletzt. Die Polizei Holzminden sucht nun weitere Zeugen zu dem Vorfall und den betroffenen Lkw mit Anhänger. Hinweise bitte unter 05531/9580.

Montag, 29. Juni 2020 11:14 Uhr

Holzminden (red). In der Nacht von Samstag auf Sonntag entwendete ein 25-jähriger Hannoveraner im Bereich der Kiesteiche am Lüchtringer Weg ein Fahrrad. Der 48-jährige Geschädigte hatte sein Fahrrad, ein schwarzes Trekkingrad, dort abgestellt, um an den Kiesteichen aufgrund mehrerer Jugendgruppen nach dem Rechten zu schauen. Als er zu seinem Rad zurückkehren wollte, fehlte dieses. Der Geschädigte brachte den Diebstahl zur Anzeige. Eine Polizeistreife befuhr nur eine knappe Stunde später die Schneckenbergstraße, als ein Fahrradfahrer auffiel, dessen Fahrrad genau auf die Beschreibung des gestohlenen passte. Eine anschließende Kontrolle bestätigte den Verdacht. Der Fahrraddieb muss sich jetzt einem entsprechenden Strafverfahren stellen. Der glückliche Fahrradbesitzer hat sein Rad zurück.

Politik
Montag, 29. Juni 2020 20:23 Uhr
Die Schullandschaft im Landkreis soll sich verändern: Die Varianten und Stimmen im Überblick
Sonntag, 28. Juni 2020 11:55 Uhr

Holzminden (red). Die aktuellen Zahlen weisen den Landkreis Holzminden seit mehreren Wochen als coronafrei aus, doch solange erfolgreiche medikamentöse Behandlungen oder flächendeckende Impfungen gegen das COVID-19-Virus nicht möglich sind, müssen gemeinsam alle Anstrengungen unternommen werden, die Eindämmumg fortzusetzen. Dem stellt sich auch der Niedersachsächsiche Landtag in seiner kommenden Sitzung erneut mit einem Schwerpunkt. So soll die Forschung in Niedersachsen gestärkt werden, um Lehren aus der COVID-19-Pandemie zu ziehen und zu handeln. Zeitgerecht zur Urlaubssaison berät der Landtag, wie in Niedersachsen Tourismus, Freizeitwirtschaft und Gastronomiegewerbe unterstützt und wie zum Schuljahresbeginn im August die Schulen pandemiesicher aufgestellt werden können.

Die Tagesordnung wird ergänzt durch zahlreiche weitere Themen. So die Beseitigung regulatorischer Hemmnisse zur Nutzung “grünen“ Wasserstoffs, die Fluchtfolgenbekämpfung in Afrika und der Verbraucherschutz für Smartphone-Nutzer zur Vermeidung von Kostenfallen in Mobilfunkverträgen.

Ganz aktuell soll vor dem Hintergrund medial bekannt gewordener sexueller Missbrauchsfälle von Kindern die Präventionsarbeit gestärkt werden, die Täter sollen konserquenter verfolgt und bestraft werden.

Über Ihre Fragestellungen und Anregungen zur Diskussionsrunde freut sich der Landtagsabgordnete Uwe Schünemann live am Montag, den 6. Juli um 19 Uhr auf Facebook oder vorab an das Wahlkreisbüro unter der Mailadresse

buero@uwe-schuenemann.de oder der Telefonummer 0151 17900986.

Fotomontage: Echzell

 

Mittwoch, 24. Juni 2020 13:49 Uhr

Hannover (red). Die Kommunen im Landkreis Holzminden werden nach Auskunft des Landtagsabgeordneten Uwe Schünemann vom Kommunalen Rettungsschirm des Landes erheblich profitieren. „Insgesamt erhalten die Kommunen mit dem 2. Nachtragshaushalt 2020 1,105 Mrd.“, so der CDU Politiker nach dem Beschluss der Regierungskoalitionsfraktionen. Damit würden die Corona-bedingten Gewerbesteuerausfälle von Bund und Land in voller Höher kompensiert. Der Kommunale Finanzausgleich werde in den kommenden beiden Jahren stabilisiert. Das sei vor allem für die finanzschwachen Gemeinden eine wichtige Unterstützung. Darüber hinaus würden 100 Mio. € weitestgehend nach der Einwohnerzahl auf die Kommunen verteilt. Für die EDV-Administratoren an Schulen würden 10 Mio. € zur Verfügung gestellt.

Für den Landkreis Holzminden könnten auch die Förderprogramme ÖPNV (insg. 120 Mio. €), Ladesäulen – Elektromobilität (40 Mio. €), Breitbandausbau (150 Mio. € zusätzlich) und 20 Mio. € für ein Sonderprogramm Radwegebau hilfreich sein. Die HAWK könnte vom Programm „Energetische Sanierungsmaßnahmen Hochschulen“(120 Mio.€) und das Agaplesion Krankenhaus vom „Zukunftsprogramm Krankenhäuser"  (77 Mio. €) profitieren.

Entscheidend für die in Not geratenen kleinen und mittelständischen Betriebe in unserer Region ist das umfangreiche Hilfsprogramm des Wirtschaftsministers in Höhe von 410. Mio. €. Für Tourismus und Gastronomie würden 120 Mio. und für die Digitalisierung des Einzelhandels 10 Mio. € bereitgestellt.

„Aber auch Sport und Kultur werden besonders unterstützt“, freut sich Uwe Schünemann. Der Landessportbund werde 7 Mio. € für einen Sonderfonds erhalten, aus dem die Vereine gefördert werden können. Das Bundesprogramm Kulturförderung werde mit 10 Mio. € aufgestockt und für ein eigenes Programm ebenfalls 10 Mio.€ eingestellt.

„Mit diesen umfangreichen Fördermaßnahmen können wir die Krise bewältigen. Allerdings werden erhebliche Anstrengungen notwendig sein, die wir nur gemeinsam schultern können“, so Uwe Schünemann abschließend.

 

Wirtschaft
Donnerstag, 02. Juli 2020 10:28 Uhr
German Design Award für MyStiebel-App
Samstag, 27. Juni 2020 11:57 Uhr

Holzminden (red). Symrise hat im Juni 2020 ein gemeinsames Forschungsprojekt mit CRIEPPAM zum Lavendelanbau gestartet. Dieses soll die Widerstandsfähigkeit der Kulturpflanzen und die Biodiversität stärken sowie den Landwirten zusätzliches Einkommen sichern. Das Forschungsinstitut CRIEPPAM, lokale Landwirte und Symrise arbeiten seit mehreren Jahren daran, den Lavendelanbau zunehmend nachhaltig zu gestalten. Lavendel und die Provence bilden ein Duft-Paar. Seine duftende Hommage an die südfranzösische Region brachte ihm den Ruf als "blaues Gold" und als Duft der Region ein.

Um die biologische Vielfalt und die Bodengesundheit zu verbessern, wenden die Landwirte Methoden des Zwischenanbaus an. Das soll den Lavendel- und Lavandinfeldern zugute kommen. Das Projekt von CRIEPPAM und Symrise will die besten ZwischenfruchtanbauOptionen im Lavendelanbau identifizieren. Sie zielen darauf ab, die biologische Vielfalt zu verbessern, die Qualität und die Erträge der ätherischen Öle von Lavendel und Lavandin zu erhöhen. Gleichzeitig soll das auch ein wertvolles Zusatzeinkommen für die Bauern schaffen. Die untersuchten Zwischenkulturen reichen von Getreide bis zu aromatischen Kräutern, die im mediterranen Klima gut gedeihen. Darüber konzentriert sich das Projekt auf die Entwicklung praktischer agro-ökologischer Techniken, die die biologische Vielfalt und den Zwischenfruchtanbau unterstützen, wie neue Erntetechniken und -geräte.

"Wir freuen uns über das gemeinsame Projekt mit CRIEPPAM. Damit wollen wir Vorteile des Zwischenfruchtanbaus für die Gesundheit der Pflanzen und die Qualität der ätherischen Öle von Lavendel und Lavandin aufzeigen", sagt Beatrice Favre-Bulle, SVP Perfumery Excellence and Sustainability bei Symrise.

"Wir freuen uns über das fortgesetzte Engagement von Symrise. Das Projekt nützt der biologischen Vielfalt und es sucht nach den besten Zwischenfrüchten, die den Landwirten Mehrwert bringen und damit ihre Lebensgrundlagen verbessern und der lokalen Gemeinschaft zugutekommen", sagt Bert Candaele, Direktor von CRIEPPAM. Das Projekt dauert drei Jahre. Symrise berichtet jährlich über die Fortschritte.

Foto: Symrise

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Samstag, 27. Juni 2020 09:18 Uhr

Bad Pyrmont/ Holzminden (red). Ab dem 1. Juli wird der Holzmindener Stephan Gallo die AXA-Versicherungsagentur in Bad Pyrmont übernehmen. Als ihm vor zwei Jahren das Angebot unterbreitet wurde, habe er nicht lange gezögert, wie er sagt. Damals noch in der Axa-Vertretung in Hameln angestellt, sei er umgehend nach Bad Pyrmont gewechselt. „Dort habe ich am 1. September 2018 meine Einarbeitungsphase zum Hauptvertreter angetreten“, sagt er. Nach 25 Jahren Tätigkeit in der Versicherungsbranche, hat Hansjörg Gumpricht nun den Büroschlüssel vertrauensvoll in die Hände von Stephan Gallo übergeben und ist sich sicher, dass der Kundenstamm weiterhin bestens betreut wird.

„Das Wichtigste wird weiterhin der Kundenservice sein“, weiß Gallo. Und fügt hinzu: „Um die Servicequalität zu steigern, habe ich die Öffnungszeiten verlängert, um eine höhere Erreichbarkeit zu gewährleisten.“ Neben einer ganzheitlichen Beratung sei es ihm wichtig, digital gut aufgestellt zu sein. Demnächst bietet Stephan Gallo hilfreiche Tipps rund um das Thema Versicherungen, Vorsorge und Vermögen auf seinem Youtube-Kanal „SCHLAUversichert“ an. Darüber hinaus können Kunden auch jederzeit auf Onlineberatungen via Skype, Instagram oder Facebook zurückgreifen.

Bei seinen Beratungen kann der Versicherungsfachmann auf eine über 15-jährige Berufserfahrung im Bereich Versicherung-Vorsorge-Vermögen zurückblicken. Wer mehr über Stephan Gallo und die Angebote seiner AXA-Hauptvertretung erfahren möchte, kann dies unter axa-betreuer.de/stephan_gallo tun. Um das Team zu versterken wird noch einen Innendienstkraft auf 450,-€-Basis gesucht. Bewerbungen können an stephan.gallo@axa.degesendet werden. Die Öffnungszeiten der Filiale sind wie folgt: Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr und Montag sowie Donnerstag zusätzlich von 15 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung.

 

Sport
Donnerstag, 04. Juni 2020 11:02 Uhr
Nach Corona-bedingter Absage der 22. Auflage: Allersheimer Mountainbikecup mal ganz anders - Holzmindener Tafel profitiert
Montag, 11. Mai 2020 10:28 Uhr

Holzminden (red). Nach acht Wochen Corona-Zwangspause ist der Faustballsport eine der Sportarten, die ab sofort wieder trainieren können und das wurde am letzten Freitag auch gleich getan. „Natürlich nur unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln mit den entsprechenden angepassten Trainingsabläufen“, so Abteilungsleiter Hübner, „aber das machen wir gern. Schließlich mussten wir lange auf den Faustballsport verzichten. Im Gegensatz zu manch anderer Sportart ist es für uns ein wenig leichter geltende Vorgaben wie die „10 Leitplanken“ des DOSB´s oder die Regeln des NTB´s einzuhalten. Schließlich ist das Spielfeld 20x50 Meter groß und die zwei darauf spielenden Mannschaften bestehen aus nur je 5 Personen. Eine Unterschreitung des Mindestabstandes von 2 Metern oder gar der direkte Kontakt (Zweikämpfe) wie z.B. beim Fußball, sind dadurch nahezu vollständig ausgeschlossen.“

Alle die noch keinen Sport ausüben können, sind herzlich eingeladen sich dem Faustballsport anzuschließen. Einzige Voraussetzungen sind Stollenschuhe und Spaß am Ball.

Wer das Angebot in Anspruch nehmen möchte, wird gebeten sich vorab telefonisch mit der Abteilung des MTV 49 (Jörg Christian Hübner 0162-9428366) in Verbindung zu setzen, da zur Erfüllung der neuen Regeln, z.B. verkleinerte Übungsgruppen, auch mehr Trainer anwesend sein müssen.

Foto: MTV 49

Donnerstag, 02. April 2020 11:07 Uhr

Hannover (red). "Wir befinden uns derzeit alle gemeinsam in einer schwierigen Situation und keiner vermag vorher zu sagen, wie die Entwicklung in den nächsten Monaten verlaufen wird", so der Tischtennisverband Niedersachsen. In einer Telefonkonferenz am gestrigen Dienstagabend haben sich der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) und seine Landesverbände (LV) auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt, um rechtzeitig Klarheit für alle Beteiligten zu schaffen. Demnach ist die Spielzeit 2019/2020 für den Mannschaftsspielbetrieb in ganz Deutschland von der untersten Kreisklasse bis zur Bundesliga inkl. Pokal- und Relegationsspielen mit sofortiger Wirkung beendet.

Das Präsidium des TTVN hat in enger Abstimmung mit den betroffenen Ressortleitern für den Punktspielbetrieb in Niedersachsen folgende Regelung zur Wertung der Saison 2019/2020 beschlossen:

  • Die Spielzeit 2019/2020 wird mit Wirkung vom 13.03.2020 für beendet erklärt. Es werden weder noch ausstehende Mannschaftskämpfe noch Relegationsrunden dieser Spielzeit zur Austragung kommen.
  • Die aktuelle Tabelle (Stand: 13.03.2020) wird zur Abschlusstabelle erklärt. Anhand dieser Tabelle werden Auf- und Abstieg geregelt.
  • Da es keine Relegationen geben kann, werden alle potentiellen Relegationsteilnehmer zu Siegern der Relegation erklärt. Das bedeutet, dass alle Tabellenzweiten die höhere Spielklasse angeboten bekommen und alle Tabellenachten in ihrer bisherigen Gruppe bleiben können. 
  • Im Rahmen der Vereinsmeldung kann dann jeder Verein entscheiden, ob er die angebotenen Spielklassen in Anspruch nehmen möchte.
  • Die Fristen für die Vereins- und Mannschaftsmeldung bleiben unverändert, ebenso die Wechselfrist. 

Vizepräsident Dr. Dieter Benen erklärt dazu: „Wir im TTVN haben uns dabei von der Tatsache leiten lassen, dass im Durchschnitt bereits ca. 85 % aller Spiele in den einzelnen Gruppen sportlich einwandfrei durchgeführt worden sind und diese große Anzahl an Ergebnissen bei der Wertung berücksichtigt werden sollte.“ Somit gibt es jetzt für alle Spielklassen und Gruppen in Niedersachsen von der Verbandsliga bis zur untersten Kreisklasse eine einheitliche klare Regelung.

Gerne möchte man den bundesweiten Entscheidungsprozess näher erläutern: 

  • Im ersten Schritt wurden zahlreiche konstruktive Vorschläge und Ansätze zu Szenarien bzw. Auswirkungen des ausgesetzten bzw. eingestellten Spielbetriebs 2019/2020 sowie damit verbundener Folgewirkungen von den LV bzw. den DTTB- Gremien eingereicht und zusammengestellt. 
  • Diese Ansätze/Szenarien wurden von einer Gruppe aus LVs-/Regions- und DTTB- Vertretern auch unter Berücksichtigung der juristischen Komponente gesichtet und die Modelle/Lösungen identifiziert, die als mögliche bundesweite Lösungen in Betracht kommen. 
  • In gemeinsamer Telefonkonferenz der LV mit DTTB-Vertretern wurden dann am gestrigen Dienstagabend (31.3.20) obige in den LV und dem DTTB zum Einsatz kommende Wertung der Spielzeit 2019/2020 gemeinsam abgestimmt.

Präsident Heinz Böhne stellt fest: „Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Entscheidungen nicht alle unsere Vereine und Mannschaften zufrieden stellen werden. Es wird Fälle geben, in denen die getroffene Regelung ungerecht erscheinen mag. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass diese klare und transparente Lösung von allen akzeptiert und getragen wird. Es war uns wichtig, dass unsere Vereine frühestmöglich Planungssicherheit erlangen für eine Saison 2020/21, von der wir noch nicht wissen, ob und wann sie beginnt.“

Es stehen große Herausforderungen vor uns und wir möchten uns gemeinsam mit unseren Vereinen darauf konzentrieren, diese coronabedingte Krise bestmöglich zu meistern. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf www.tischtennis.de

 

Panorama
Montag, 22. Juni 2020 10:28 Uhr
SGB II strukturell unzureichend – Jobcenter muss Berufskleidung übernehmen
Mittwoch, 17. Juni 2020 13:20 Uhr

Niedersachsen (red). Auch die Regenfälle der letzten Tage werden nichts mehr daran ändern: Niedersachsen geht nach zwei Trockenjahren in Folge mit niedrigen Grundwasserständen in den bevorstehenden Sommer. Entsprechende Zahlen stellte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Rahmen eines jetzt veröffentlichten Sonderberichts vor. Für die Experten ist klar: Die beobachteten historisch niedrigen Grundwasserstände sind nicht mehr allein mit zufälligen Witterungsschwankungen zu erklären.

„Die sich seit einigen Jahren in den Messungen des NLWKN abzeichnende Entwicklung ist auch Ausdruck eines sich infolge des Klimawandels insgesamt verändernden Landschaftswasserhaushalts. Die Grundwasserstandsextreme in den Trockenjahren 2018 und 2019 führen dabei anschaulich die in Folge des Klimawandels möglichen Veränderungen vor Augen“, betont Bernhard Ohlrogge, Aufgabenbereichsleiter Grundwasser beim NLWKN.

In dem jetzt veröffentlichten „Sonderbericht zur Grundwasserstandssituation in den Trockenjahren 2018 und 2019“ stellt der Landesbetrieb die Auswirkungen der trockenen Witterungsbedingungen der letzten zwei Jahre auf die Grundwasserstände dar. Im Vergleich zum Trockenjahr 2018 mit bereits landesweit extrem niedrigen Grundwasserständen hat sich die Situation in Niedersachsen 2019 demnach weiter verschärft. Die Tiefststände des Dürrejahres 2018 wurden dabei in 71 Prozent der ausgewerteten Grundwassermessstellen unterboten. Der tiefste Grundwasserstand des 30-jährigen Referenzzeitraums 1988-2017 wurde 2019 an 56 Prozent der Messstellen unterschritten (2018 32 Prozent). „Trotz verhältnismäßig hoher Niederschläge im Winter 2019/20 kann auch für das laufende hydrologische Jahr nicht von einer generellen Entspannung der Grundwasserstandssituation ausgegangen werden“, prognostiziert Bernhard Ohlrogge. 

2019 lagen die Jahrestiefstände im Mittel 0,36 Meter unterhalb der mittleren Werte im Vergleichszeitraum 1988 bis 2017 (2018: 0,23 Meter). Die ungünstigsten Grundwasserstandsentwicklungen und höchsten Absenkungen waren in den Geest- und Börderegionen Niedersachsens zu beobachten. Die günstigsten Entwicklungsverläufe mit den geringsten Absenkungen fanden in den Niederungsregionen insbesondere Westniedersachsens sowie in den Marschgebieten statt.

Trend zu Defiziten setzt sich offenbar fort

Trotz eines niederschlagsreichen Winters 2019/2020 zeichnet sich ab, dass auch 2020 in vielen Regionen Niedersachsens weiterhin Grundwasserstandsdefizite bestehen. Während sich die Grundwasserstände in den Niederungs- und Küstenregionen West- und Nordniedersachsens über den Winter gut erholt haben, fiel der Wiederanstieg in den übrigen Landesteilen und insbesondere in den Geestregionen nur mäßig aus. „Die winterliche Grundwasserneubildungsphase ist abgeschlossen und die Grundwasserstände sinken entsprechend ihrem saisonalen Verlauf gegenwärtig wieder ab. Insbesondere in den Beregnungsgebieten Ostniedersachsens liegen dabei zum Teil schlechtere Ausgangsbedingungen als 2019 vor“, so Dr. Gunter Wriedt von der NLWKN-Betriebsstelle Cloppenburg. Die Grundwasserstände folgen dabei aktuell ungefähr dem Verlauf des Vorjahres. Zum Teil werden die Werte von 2019 auch überschritten - sie bleiben aber in der Regel unter den Werten von 2018. Eine grundlegende Entspannung der Situation sei nicht eingetreten, so Wriedt: „Der NLWKN geht zum derzeitigen Zeitpunkt davon aus, dass die Grundwasserstände im Sommer 2020 überwiegend einen ähnlichen Verlauf wie in den beiden Vorjahren nehmen und auch vergleichbare Tiefstände erreicht werden können.“

Nach dem Dürrejahr 2018 hatte der NLWKN im Frühjahr 2019 erstmals im Rahmen des jährlich erscheinenden Grundwasserberichts Niedersachsen die Entwicklung der Grundwasserstände in einem Sonderbericht dargestellt. „Bereits damals hatten die Grundwasserstände infolge der lang andauernden Trockenheit extreme Tiefstände im Vergleich zu den vorangegangenen 30 Jahren erreicht“, erinnert Wriedt. Im hydrologischen Jahr 2019 hat sich die Grundwasserstandssituation im Vergleich zum Vorjahr landesweit noch einmal deutlich verschärft.

2019 elfmonatige Dürrelage

Im Mittel lag dabei über elf Monate eine Grundwasserdürrelage vor – an 41 Prozent der untersuchten Messstellen wurde der tiefste Grundwasserstand seit Beginn der Auswertungen 1988 erreicht. 2018 war dies an 23 Prozent der Messstellen der Fall. An 71 Prozent der Grundwassermessstellen wurde der Tiefststand des Vorjahres noch einmal unterboten. Für die Untersuchung wurden die Daten von insgesamt 1.430 Grundwassermessstellen des NLWKN in ganz Niedersachsen ausgewertet. Der vollständige Bericht ist im Internet unter www.nlwkn.de zum Download verfügbar.

Sonntag, 14. Juni 2020 09:49 Uhr

Niedersachsen (red). Professionelle Reinigung von Terrassen, Gartenwegen oder Dächern – das versprechen zurzeit auch viele dubiose Anbieter. An der Haustür oder per Werbeflyer preisen sie ihre Dienste an und versuchen Kunden mit hohen Rabatten zu überzeugen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt davor, Geschäfte an der Haustür abzuschließen. Kunden sollten stets mehrere Angebote einholen, möglichst einen ortsansässigen Anbieter wählen und Zahlung auf Rechnung vereinbaren. 

Abgesagte Reisen, eingeschränkte Freizeitaktivitäten und weniger soziale Kontakte – in der aktuellen Situation investieren viele Menschen Zeit und Geld, um es sich zu Hause besonders schön zu machen. Das wissen dubiose Anbieter zu nutzen: Sie klingeln an der Haustür, bieten schnelle und professionelle Reinigung von Terrassen, Gartenwegen oder Dächern an und drängen dazu, sich schnell zu entscheiden. „Gerade älteren Verbrauchern fällt es oft schwer, Vertreter an der Haustür wieder loszuwerden“, erklärt Tiana Preuschoff, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Sie sollten aber immer darauf bestehen, Angebote in Ruhe zu prüfen und Vergleichspreise einzuholen. Seriöse Anbieter werden dies immer respektieren.“ 

2.400 Euro für unsachgemäße Reinigung

In einem der Verbraucherzentrale Niedersachsen vorliegenden Fall wurde einem älteren Ehepaar von drei Männern eine „professionelle“ Reinigung von Dach, Gehweg und Gartenmauer für 3.500 Euro angeboten. Die Verbraucher lehnten zunächst ab, ließen sich aber von einem deutlichen Preisnachlass überzeugen: 2.400 Euro sollten die Arbeiten kosten, wenn sie sofort starten und bar bezahlt würden. Nach der Dachreinigung stellte das Ehepaar fest, dass der Dreck einfach auf Beete, Terrasse und Garten verteilt wurde. Die Regenrinne war so verschmutzt, dass sie abmontiert und gereinigt werden musste. Eine Reklamation war nicht möglich, da die angebliche Firma unter der angegebenen Adresse nicht existierte. 

Fremde nicht ins Haus lassen

Während der Reinigungsarbeiten hatten die Männer mit verschiedenen Erklärungen versucht, ins Haus zu kommen – zum Glück ohne Erfolg. Die Verbraucherzentrale rät, Fremde grundsätzlich nicht ins Haus zu lassen und die Angaben des Anbieters vor der Beauftragung zu überprüfen. „Meist reicht es schon, den Namen oder die Adresse in eine Suchmaschine einzugeben. Bestehen Zweifel an der Identität des Anbieters, auf keinen Fall beauftragen.“ 

Bei Fragen hilft die Beratung der Verbraucherzentrale Niedersachsen – vor Ort, telefonisch und per Videochat: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/fuer-sie-da 

 

Freitag, 12. Juni 2020 13:41 Uhr

Hannover (red). Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat am heutigen Freitag (12.06.2020) das erste öffentliche Lagebild zur Clankriminalität in Niedersachsen vorgestellt. Pistorius: „Clankriminalität in allen ihren Ausprägungen ist in Niedersachsen ein ernstzunehmendes Problem. Auch wenn die Anzahl der Straftaten selbst im Promillebereich im Verhältnis zur Gesamtkriminalität steht: Kriminelle Clanmitglieder sind gewalttätig, sie bedrohen ihre Konkurrenz genauso wie Angehörige der Polizei. Mitglieder aller kriminellen Clans in Niedersachsen treten mit überhöhtem Ehrgefühl und großer Respektlosigkeit auf, sie beachten geltende Regeln und Gesetze nicht. Sie bedrohen damit unseren Rechtsstaat und unsere freiheitliche und demokratische Gesellschaft. Sie akzeptieren unsere Rechtsordnung genau so wenig wie Vertreter des Rechtsstaats, die kommunal geltenden Regelungen und die Ordnungsbehörden. Darauf reagieren wir repressiv und unmittelbar mit allem, was uns insbesondere im polizeilichen Repertoire zur Verfügung steht!“

- Wesentliche Zahlen, Daten und Fakten des Lagebildes 2019 -

2019 wurden in Niedersachsen insgesamt 2.630 sog. Ereignisse im Zusammenhang mit Clankriminalität registriert, davon handelte es sich in 1.585 polizeilichen Vorgängen um Straftaten. Im Wesentlichen waren hier Körperverletzungs-, Bedrohungs- und Beleidigungsdelikte zu verzeichnen.

1.646 Personen wurden als Tatverdächtige oder Beschuldigte erfasst. Davon waren 87 Prozent männlich und mehr als 50 Prozent in einem Alter von unter 30 Jahren. Die Beschuldigten oder Tatverdächtigen kommen ursprünglich aus 49 verschiedenen Staaten. In Bezug auf die Herkunft dominiert allerdings die Bundesrepublik Deutschland mit 890 Personen, gefolgt vom Libanon (167), der Türkei (162), Syrien (83) und Rumänien (53).

Insgesamt wurden Vermögenswerte in Höhe von knapp 5,7 Millionen Euro vorläufig gesichert.

355 Personen (21,6 %) traten 2019 mehrfach als Täter in Erscheinung.

Die Tatorte verteilen sich – in unterschiedlicher Ausprägung – nahezu über das gesamte Flächenland Niedersachsen und zwar sowohl in urbanen als auch in ländlichen Gebieten. Urbane „Hotspots“, wie sie aus anderen Ländern bekannt und in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt sind, sind in Niedersachsen in der Intensität aber nicht erkennbar.

Zur Einschätzung des Dunkelfeldes der Clankriminalität sagt der Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen, Friedo de Vries: „Wir gehen davon aus, dass wir im Dunkelfeld noch etwas mehr Straftaten clankriminellen Personen und Gruppierungen zuschreiben müssten. Es liegt aber gerade in der Eigenart der Clankriminalität, dass die Polizei aufgrund der familiären Abschottung und durch Einschüchterungshandlungen von einem gewissen Teil der Straftaten erst gar nicht erfährt.“

- Entwicklung des Lagebildes seit 2013 bis heute -

Das jetzt vorgelegte Lagebild zur Clankriminalität für das Jahr 2019 gewährt erstmals öffentlich einen umfangreichen Einblick in die verschiedenen Ausprägungen der Clankriminalität, Details behördlicher Bewertungen und Maßnahmen. Niedersachsen hatte – als eines der ersten Bundesländer – einen Schwerpunkt in der Bekämpfung der Clankriminalität gesetzt und bereits seit 2013 interne Lagebilder erstellen lassen, die aber bisher lediglich für dienstliche Zwecke Verwendung fanden, insbesondere um Einsatz- und Ermittlungsmaßnahmen zu unterstützen. Pistorius: „Wir haben schon sehr früh auch mit einem Lagebild den Fokus auf kriminelle Clanmitglieder gelegt, das waren insbesondere kriminelle Personen türkisch-arabischer Abstammung.

Sie waren seit Jahren durch Gewalttätigkeiten, Aggressivität und auch Widerstandshandlungen gegen Polizeikräfte aus teils nichtigem Anlass in Erscheinung getreten. Diese Entwicklung führte dazu, die vorhandenen Daten und Erfahrungen erstmals vor sieben Jahren auch in ein landesweites Lagebild zu überführen.“

Die wesentlichen Kriterien zur Erstellung der Lagebilder wurden von 2013 bis zu dem jetzt vorgelegten Lagebild immer deutlicher definiert. So wurden Straftaten zunächst vor allem durch eindeutig zuzuordnende Nachnamen von bekannten Gefahrenverursachern und Straftätern der Clankriminalität retrograd zugeordnet, also in der Regel erst lange, nachdem sich die Straftat ereignet hatte.

Diese Vorgehensweise hat sich mit dem Jahr 2019 – also mit dem heute vorgelegten Lagebild – entscheidend verändert. Dieses neuartige Lagebild generiert sich insbesondere daraus, dass die Polizei in jahrelanger fachlicher Annäherung einen ausgereiften Merker für Straftaten mit Bezug zur Clankriminalität entwickelt hat. Diese bundesweit so einzigartige Methodik setzt im Gegensatz zum bisherigen retrograden Vorgehen bereits in der Erfassung der Daten in NIVADIS, dem polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystem, an. Innenminister Pistorius: „Wir befinden uns auch noch in der Einführungs- oder, wenn man so will, Lernphase. Die Einführung entsprechender Merker in die Praxis dauert mit Blick auf das Nutzungsverhalten meist eine gewisse Zeit. Das kennen wir aus anderen Phänomenbereichen. Wir können mit diesem neuen Ansatz Sachverhalte schneller der Clankriminalität zuordnen, was gerade im dynamischen Feld dieser Kriminalitätsform enorm wichtig für die Arbeit der Polizei ist. Unser Ziel ist es, immer vor der Lage zu sein! Diese neue Systematik der Erfassung und Zuordnung geht deutlich über hauptsächlich ethnische Kriterien – wie bis zum Lagebild 2018 – hinaus. Namen, Herkunftsländer und Nationalitäten sind keine allein bestimmenden Kriterien mehr. Es geht um typisch Clan-kriminelles Verhalten!“

 

- Zur aktuellen Situation in Peine -

 

„Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in Peine stellen wir fest, dass offenbar kriminellen Clans zugehörige Personen oder Gruppen die offene Konfrontation mit dem Rechtsstaat geradezu suchen. Das akzeptieren wir nicht“, so Pistorius weiter. In Peine hatten in den vergangenen Wochen mutmaßliche Clanmitglieder eine im Innenstadtbereich wohnende Polizeibeamtin bedroht, zuvor war ihr Auto mehrfach beschädigt worden. Einen weiteren Beamten, der in dieser Sache ermittelt, hatten Clanmitglieder bis zu seinem privaten Wohnsitz verfolgt. Am Anfang dieser Woche hat sich Innenminister Pistorius selbst ein Bild von der Situation in Peine gemacht und sprach dabei auch mit der Beamtin und dem Beamten. Minister Pistorius: „Diese Form der Bedrohung macht den Betroffenen Angst. Genau darum geht es den Clans dabei! Einzuschüchtern, Angst zu machen und zu verunsichern. Die Polizei trifft alle notwendigen Maßnahmen gegen Straftäter und Gefährder! Ich war Montag in Peine, um der Polizei persönlich und vor Ort den Rücken zu stärken. Wir lassen nicht zu, dass diejenigen Frauen und Männer, die jeden Tag unseren Rechtsstaat verteidigen, von Straftätern drangsaliert oder bedroht werden – noch dazu in ihrem Privatleben. Ich habe in Peine großartige Polizistinnen und Polizisten kennengelernt, die – trotz dieser negativen Erfahrungen – ihren Beruf mit viel Herzblut, großer Motivation und Überzeugung ausüben. Die Polizei in Peine hat in der Vergangenheit bereits viel getan. Klar ist aber auch, dass dort eine Situation eingetreten ist, die es offensichtlich notwendig macht, nochmal einen Gang höher zu schalten. Das werden wir tun.“

 

Landespolizeipräsident Axel Brockmann ordnet das Phänomen Clankriminalität in Niedersachsen weiter ein: „Wir werden uns der Clankriminalität weiter intensiv widmen und die Vernetzung mit den kommunalen Behörden und Institutionen weiter ausbauen. Überall da, wo Kriminelle meinen, die Straße gehöre Ihnen, sie stünden über dem Recht, werden wir ihnen erforderlichenfalls noch intensiver mit Präsenzkräften auf den Füßen stehen. Dazu setzen wir punktuell auch die Bereitschaftspolizei ein. Das Agieren krimineller Clans ist von einem hohen Abschottungsgrad, einem hohen Mobilisierungspotenzial innerhalb der vorhandenen Familienstrukturen sowie einer Ablehnung deutscher Gesetze und Normen geprägt.“

 

Da sich Polizei und auch Justiz fortlaufend vor Herausforderungen gestellt sehen, ist die Bekämpfung krimineller Clanstrukturen seit mehreren Jahren Schwerpunkt sicherheitsstrategischer Befassungen in Niedersachsen und führt zu der Fortentwicklung von diversen Maßnahmen und Konzepten. Am 1. März 2018 wurde die „Landesrahmenkonzeption zur Bekämpfung krimineller Clanstrukturen“ in Kraft gesetzt. Sie dient der Gewährleistung landesweit einheitlicher Standards und verfolgt einen ganzheitlichen und niedrigschwelligen Bekämpfungsansatz. Durch eine intensive Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei sollen kriminelle Clanstrukturen auch schon weit unterhalb der Grenze zu schwerer oder organisierter Kriminalität bekämpft werden.

 

„Ein sehr niedrigschwelliges Einschreiten auf der Straße ist eine wesentliche strategische Leitlinie für alle Polizeibeamtinnen und –beamten bei dem Umgang mit Mitgliedern krimineller Clans. Diesen Personen begegnen wir zudem angepasst mit entsprechenden Ermittlungseinheiten und spezialisierten Ermittlungskräften“, so Brockmann weiter.

Montag, 08. Juni 2020 13:25 Uhr

Hameln/Göttingen (red). In Göttingen und Hameln sind, wie bereits bekannt gegeben, am vergangenen Donnerstag verschiedenen Abgeordneten- bzw. Parteibüros insgesamt acht Briefe zugegangen, die mit rechtsextremistischen Zeichen versehen und einer unbekannten pulverartigen Substanz gefüllt waren. Die Polizeiinspektionen Göttingen sowie Hameln-Pyrmont/Holzminden, in deren Zuständigkeitsbereichen sich diese Vorfälle ereigneten, haben mit Unterstützung des Landeskriminalamtes Niedersachsen die Ermittlungen aufgenommen. Die pulverförmige Substanz wurde noch am gleichen Tage durch das LKA auf ihre Gefährlichkeit untersucht. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen harmlosen Stoff - ein haushaltsübliches Nahrungsmittel - handelte.

Die Niedersächsische Landesregierung hatte diese Vorfälle zum Anlass genommen, unmittelbar den Innenausschuss des Niedersächsischen Landtages über diesen Sachverhalt zu unterrichten und dabei insbesondere auf einen sensiblen Umgang mit Posteingängen hinzuwirken. Es war und ist nicht auszuschließen, dass es weitere Briefsendungen dieser Art geben könnte. Bislang sind der Polizei in Niedersachsen allerdings keine weiteren derartigen Briefsendungen bekannt geworden. 

Nach den Ermittlungen und über den Informationsaustausch der Länder hat sich schnell herausgestellt, dass auch in Bremen seit Anfang dieses Jahres diverse Briefe mit strafrechtlich relevanten Inhalten an politische Mandatstragende versandt wurden, denen ebenso pulverförmige Substanzen beigegeben waren. In keinem dieser Fälle ging von dem Pulver eine Gefährlichkeit aus. 

Nach aktuellen Erkenntnissen aus Niedersachsen und Bremen gehen die Ermittler mittlerweile davon aus, dass zwischen diesen Taten ein Zusammenhang besteht. Überdies konnte auch festgestellt werden, dass es in Bezug auf die Fälle in Bremen einen Zusammenhang mit den Funden von Messern auf Spielplätzen gibt, bezüglich derer die Bremer Polizei aufgrund der besonderen Gefährdung für Kinder und Eltern für die Ermittlungen eine Sonderkommission eingerichtet hatte. Ob es damit zusammenhängende Fälle auch in Niedersachsen gab, wird aktuell geprüft.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Der gemeinsame Ermittlungsansatz in Zusammenhang mit der Tatserie in Bremen zeigt, wie gut unsere Ermittlungsbehörden auch über die föderalen Grenzen hinweg arbeiten. Wir haben es hier mit einem oder mehreren Tätern zu tun, die einerseits Mandatstragenden mit ihren hetzerischen rechtsextremistischen Briefen und vermeintlichen giftigen Substanzen Angst machen wollen und darüber hinaus nicht einmal davor zurückschrecken, Kinder ernsthaft zu verletzen. Mir fehlen für so etwas die Worte! Die Polizei wird mit Hochdruck an der Aufklärung arbeiten. Dabei wird alles, was möglich ist, dafür getan, um Schaden insbesondere auch von Kindern auszuschließen. Die Ermittlungen gehen dabei in alle Richtungen."

Die beteiligten Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden in Niedersachsen und Bremen sind in engem Kontakt und bewerten die Erkenntnisse fortlaufend. Maßnahmen werden miteinander abgestimmt. Über Details können die Ermittler gegenwärtig noch keine Aussagen treffen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

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