Freitag, 01. März 2019 11:30 Uhr

Sabine Tippelt und Margrit Behrens-Globisch zu Besuch in der „Residenz zur Weserbrücke“

Holzminden (r). Auf Einladung von Einrichtungsleiter Thomas Brünig und Betriebsratsmitglied Susanne Jacke besuchte die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt gemeinsam mit der unabhängigen Landratskandidatin für den Kreis Holzminden Margrit Behrens-Globisch das Pflegeheim „Residenz zur Weserbrücke“ in Holzminden. Begleitet von Vertretern der Holzmindener Kommunalpolitik machte man sich ein Bild über die Einrichtung und diskutierte die aktuellen Probleme in der Pflege.

Im Gespräch gab Thomas Brünig zunächst einen kurzen Einblick über die Einrichtung. „Die Residenz zur Weserbrücke ist eine Tochter der Medical Networks, die ihren Sitz in Kassel hat. Es handelt sich um ein reines Familienunternehmen, das hauptsächlich in Südniedersachsen und Nordhessen ambulante Pflegedienste und Einrichtungen betreibt“, so Brünig. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine lebendige Diskussion in der deutlich wird, an welchen Stellen es im Pflegesystem aktuell hakt. So ist es beispielsweise immer schwieriger Kurzzeitpflegeplätze zu finden. Sabine Tippelt sieht dies als großes Problem für Angehörige. „Einfach mal zwei Wochen Urlaub zu machen stellt pflegende Angehörige vor riesige Probleme. Hier muss sich auf Bundesebene etwas ändern“, so Tippelt. Margrit Behrens-Globisch kann dazu berichten, dass zumindest die Nachsorgekurzzeitpflege aktuell großes Thema im Bund ist. „Patienten werden aus Krankenhäusern häufig zu schnell entlassen, hier möchte man durch die Möglichkeit der Nachsorgekurzzeitpflege Entlastung für Angehörige schaffen“, so Behrens-Globisch. Eine Tatsache, die auch Thomas Brünig begrüßen würde: „Die ambulanten Pflegedienste sind gnadenlos überlastet. Wir brauchen unbürokratische Lösungen und dazu gehört auch die Nachsorgekurzzeitpflege. 

Thema ist im Anschluss auch die hohe Arbeitsbelastung für das Personal. Susanne Jacke berichtet hierzu, dass es einfach zu viel Arbeit für zu wenig Fachkräfte gibt. Dies führt zu Überstunden und Überlastung. In diesen Zusammenhang wird auch über die Möglichkeit gesprochen ausländische Pflegekräfte einzusetzen. Dies scheitert laut Einrichtungsleiter Brünig allerdings häufig schon an der fehlenden Möglichkeit zur Kommunikation. Auch Behrens-Globisch sieht diesen Ansatz skeptisch. „So werden wir das Problem nicht lösen können. Es bedarf einer Aufwertung der kompletten Pflegeberufe, bevor uns noch mehr Menschen aus diesem Berufsfeld flüchten“, so die Landratskandidatin. 

Abschließend kommt auch das Thema Ausbildung noch auf den Tisch. Sabine Tippelt fragt hierzu, wie viele Auszubildende in der Residenz zur Weserbrücke beschäftigt sind. „Pro Einrichtung sind bei uns vier Auszubildende möglich. Im letzten Jahr haben wir allerdings hier in der Residenz zur Weserbrücke nur zwei Stellen besetzen können. Trotz gutem Kontakt zu den umliegenden Schulen ist es immer schwieriger gute Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Die Rahmenbedingungen stellen ein großes Problem dar“, so Thomas Brünig.

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