Holzminden (red). Die Familien- und Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Holzminden hat sich im vergangenen Jahr neu aufgestellt und präsentiert sich 2026 mit einem erweiterten, multiprofessionellen Team sowie einem überarbeiteten Konzept. Das kostenfreie Angebot richtet sich an Familien, Paare sowie Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen und soll frühzeitig, unbürokratisch und niedrigschwellig Unterstützung bieten – bei Fragen rund um Erziehung, Beziehungsgestaltung oder persönliche Belastungssituationen.
Ziel der Beratungsstelle ist es, Ratsuchende früh zu erreichen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, bevor sich Konflikte verfestigen. Dabei werden unterschiedliche familiäre Lebensformen berücksichtigt. Die Beratung steht allen offen, unabhängig von Herkunft oder persönlicher Situation.
Was leistet die Familien- und Erziehungsberatungsstelle?
Familienleben ist vielfältig und kann mitunter belastend sein. Genau hier setzt die Arbeit der Beratungsstelle an. Das Team versteht sich als Anlaufstelle, in der Menschen Gehör finden und fachlich fundierte Unterstützung erhalten können. Neben klassischen Erziehungsfragen werden auch Konflikte in Paarbeziehungen, Herausforderungen nach Trennungen sowie Unsicherheiten in besonderen familiären Situationen thematisiert.
Ilona Feyer-Yurttas, Sozialpädagogin und Leiterin der Beratungsstelle im Bereich der Präventiven Hilfen, betont: „Niemand muss erst warten, bis die Situation zuhause eskaliert. Oft kann schon ein erstes Gespräch dabei helfen, zu entlasten, klarer zu sehen und eine neue Perspektive zu entwickeln.“
Angebote für Familien, Paare und Einzelpersonen
Das Angebot der Beratungsstelle richtet sich an Eltern, Kinder, Jugendliche und Paare gleichermaßen. Auch Familien in Trennungs- oder Scheidungssituationen finden hier Unterstützung. Die Beratung erfolgt neutral und lösungsorientiert mit dem Ziel, Konflikte zu entschärfen, tragfähige Vereinbarungen zu entwickeln und das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen.
Schwerpunkt 2026: Unterstützung für gefühlsstarke Kinder
Ein besonderer Fokus liegt im Jahr 2026 auf Angeboten für Familien mit gefühlsstarken Kindern sowie Kindern mit AD(H)S. Diese Kinder erleben Emotionen häufig sehr intensiv, was den Familienalltag erheblich belasten kann. Die Beratungsstelle plant deshalb Eltern-Events, Workshops und thematische Gruppenangebote, die Austausch ermöglichen und alltagstaugliche Strategien vermitteln.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Stärkung der elterlichen Handlungssicherheit sowie der Aufbau von Resilienz. Beratungen sind neben Deutsch auch auf Englisch, Französisch und Türkisch möglich.
KiBum stärkt Kitas und Fachkräfte
Ergänzt wird das Angebot durch das Modellprojekt KiBum (Kindertagesstätten-Beratung unterstützend-multiprofessionell), das seit Anfang 2025 besteht. Ziel ist es, Fachkräfte in Kindertagesstätten bei herausfordernden Betreuungssituationen zu unterstützen. Das KiBum-Team bietet Hospitationen und Beratungsgespräche direkt in den Einrichtungen an.
Ansprechpartnerin für das KiBum-Angebot ist Denise Gröne-Liedtke, Heilerziehungspflegerin und Fachkraft für Inklusion. Durch den multiprofessionellen Ansatz sollen vorhandene Ressourcen gestärkt, Netzwerke aufgebaut und pädagogische Arbeit nachhaltig gefördert werden.
Bedeutung für den Landkreis Holzminden
Stefanie Ahlborn, Dezernentin für Jugend, Gesundheit und Soziales des Landkreises Holzminden, unterstreicht die Bedeutung der Einrichtung: „Die Familien- und Erziehungsberatungsstelle ist eine unverzichtbare Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, die Unterstützung in herausfordernden Lebenslagen benötigen.“ Ziel bleibe es, eine vertrauensvolle und offene Atmosphäre zu schaffen, in der sich jede ratsuchende Person verstanden und unterstützt fühlt.
Kontakt
Interessierte können telefonisch unter 0 55 31 / 707 233 oder per E-Mail an
Foto: Landkreis Holzminden