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Samstag, 14. Februar 2026 Mediadaten
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Holzminden (awin). Seit Dezember 2025 gilt in Australien ein umfassendes Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren. Plattformen wie Instagram, TikTok, Snapchat und Facebook sind dort verpflichtet, den Zugang für diese Altersgruppe aktiv zu sperren. Andernfalls drohen Geldbußen von bis zu 30,5 Millionen Euro. Nicht die Eltern, sondern die Tech-Konzerne wie Meta, TikTok oder Google müssen wirksame Altersverifizierungen sicherstellen. Bereits bestehende Profile Minderjähriger wurden deaktiviert. Ziel der Regelung ist ein verbesserter Jugendschutz, insbesondere mit Blick auf Cybermobbing und Suchtgefahren.

Auch in Deutschland wird die Debatte geführt. In der EU-Kommission wird aktuell über ein mögliches Verbot der Plattform TikTok diskutiert. Der Niedersächsische Familien- und Gesundheitsminister und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Dr. Andreas Philippi, sprach sich jüngst für ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige nach australischem Vorbild aus.

Medienkompetenz statt Verbote

Im Jugendzentrum der Stadt Holzminden (JUZ) fällt die Einschätzung deutlich aus. Dort wird ein pauschales Verbot kritisch gesehen. „Die Medienkompetenz in den Schulen muss besser werden, weil sonst ist ein einfaches Verbot Blödsinn. Social Media ist nun einmal die Lebenswelt der heutigen Generation. In der Corona-Zeit war es für viele Jugendliche die einzige Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren“, so Julia Rentziehausen, Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Holzminden.

Sie warnt vor zu einfachen Lösungen: „Insgesamt ist das Herabsetzen der Einstiegsgrenze zu kurz gedacht. Eine Altersgrenze wissen die Jugendlichen zu Umgehen. Insgesamt gibt es zu viele Lücken. Das Ziel muss es sein, Kinder und Jugendliche online zu schützen – und zwar in der Regel nicht vor gleichaltrigen, sondern vor Erwachsenen.“ Im Kampf gegen sogenanntes Grooming fordert sie klare Regeln: „Es muss die Pflicht zu Klarnamen geben, um schnellstmöglich Rückschlüsse auf ein Profil zu bekommen und notfalls Nutzer sofort zu sperren.“

Thomas Weßler, staatlich anerkannter Sozialarbeiter im JUZ, teilt diese Einschätzung. „Ich bin gegen ein striktes Verbot, weil es für ganz viele Jugendliche heutzutage einfach eine Art der Kommunikation ist. Und viele Jugendliche nutzen das Medium, um sich Informationen über Sport, Politik und andere Nachrichten einzuholen“, betont er. Zwar gebe es Risiken wie Fake News, Cybermobbing oder Suchtpotenzial. Ein Verbot sei jedoch nicht die Lösung, vielmehr komme es auf Aufklärung und einen verantwortungsvollen Umgang an – beginnend im Elternhaus und in den Schulen.

Jugendliche zwischen Akzeptanz und Kritik

Die Jugendlichen selbst äußern unterschiedliche Perspektiven. Tima (15) nutzt nach eigenen Angaben täglich mehrere Stunden TikTok, Instagram und Snapchat. „Ein Verbot wäre für mich kein Problem, da ich bald 16 bin. Wäre ich davon betroffen, wäre das zwar blöd, aber kein Weltuntergang. Wahrscheinlich würde ich mir illegal einen Zugang besorgen.“ Zugleich plädiert er für einen kontrollierten Zugang ab 14 Jahren: „Mich nerven viele junge Nutzer mit ihren Kommentaren, den komischen Videos und dem Vollspamen mit Stickern und Memes.“

Nico (15) sieht die Plattformen vor allem als Informationsquelle. „Ohne TikTok wäre es schon hart. Ich gucke dort sehr viele Videos, da es dort bessere Filter gibt als bei Youtube und ich für mich interessanten Content schneller und einfacher finde ohne groß zu suchen.“

Lillyfee (18) schätzt ihre tägliche Nutzungsdauer auf sechs bis sieben Stunden. „Man sollte viele Soziale Medien erst ab 18 Jahren zugänglich machen, da sehr viele Nutzer zu jung sind für den gezeigten Inhalt“, erklärt sie. Lena (18) berichtet von klaren familiären Regeln: „Mein Vater hat mir erst ab 13 Jahren erlaubt, mich in den Sozialen Medien anzumelden.“

Wie verbreitet soziale Netzwerke bereits bei Jüngeren sind, zeigt eine Umfrage in einer D-Jugendfußballmannschaft aus Holzminden im Alter von 12 bis 13 Jahren. 17 von 18 Kindern nutzen Social Media, lediglich ein Spieler besitzt kein eigenes Handy. 15 der Befragten verbringen täglich mindestens eine Stunde auf den Plattformen, überwiegend zur Kommunikation oder zum Ansehen von Videos und Tutorials. Nur vier erstellen selbst Inhalte, die Mehrheit konsumiert passiv. Ein mögliches Verbot für unter 16-Jährige würde 16 der 17 Nutzer nach eigener Aussage deutlich treffen.

Die Diskussion um ein Social-Media-Verbot bleibt damit auch in Holzminden vielschichtig. Zwischen Schutzgedanken, Medienrealität und dem Wunsch nach mehr Kompetenzvermittlung zeichnet sich ab: Einfache Antworten gibt es nicht.

Foto: awin

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