Albaxen (TKu). Mit dem symbolischen Start der Bauarbeiten ist am Montag, 9. März 2026, der offizielle Auftakt für den Erweiterungsbau der Grundschule im Wesertal erfolgt. Der Neubau, der neben dem bestehenden Schulgebäude aus den 1950er-Jahren entsteht, soll dringend benötigte zusätzliche Räume für die Offene Ganztagsschule (OGS) schaffen.
Insgesamt investiert die Stadt Höxter rund 4,6 Millionen Euro in das Projekt. Die Fertigstellung ist nach derzeitiger Planung für den Herbst 2027 vorgesehen, wie Architekt Torsten Krekeler beim offiziellen Baustart berichtet. Der Bedarf für den Anbau ergibt sich vor allem aus steigenden Schülerzahlen und der wachsenden Nachfrage nach Betreuungsangeboten. Für das kommende Schuljahr 2026/2027, das am 1. August 2026 beginnt, wurden bereits 59 Kinder für die erste Klasse angemeldet. „Deshalb werden drei Eingangsklassen gebildet“, berichtet Schulleiterin Deborah Plath.
Ein weiterer entscheidender Faktor sei eine gesetzliche Änderung, denn „ab dem 1. August 2026 gilt für Kinder der ersten Klasse bundesweit ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz im offenen Ganztag. Dieser Anspruch wird bis zum Jahr 2029 schrittweise auf alle vier Grundschuljahrgänge ausgeweitet. Für die Stadt Höxter bedeutet das, dass nicht nur die Qualität der Betreuung weiter ausgebaut werden muss, sondern auch deutlich mehr Betreuungsplätze bereitgestellt werden müssen“, heißt es von Seiten der Stadt Höxter. Schon heute zeige sich laut Bürgermeister Daniel Hartmann der steigende Bedarf. Aktuell nehmen 51 Kinder der Grundschule im Wesertal am offenen Ganztag teil. Die Betreuung findet täglich von 11:45 bis 16:00 Uhr statt. Zusätzlich nutzen 77 Kinder die sogenannte Übermittagsbetreuung „8 bis 1“, die von 11:45 bis 13:15 Uhr angeboten wird. Mit dem geplanten Ausbau der Räumlichkeiten soll künftig Platz für bis zu 150 Kinder im offenen Ganztag geschaffen werden.
Schulleiterin Deborah Plath bestätigt die wachsende Nachfrage nach Betreuungsangeboten. Insgesamt besuchten derzeit rund 200 Kinder die Schule, erklärt sie. Gleichzeitig steige das Interesse der Eltern am Ganztagsangebot kontinuierlich, weshalb zusätzliche Räume dringend benötigt würden. Der geplante Erweiterungsbau wird zweigeschossig ausgeführt und umfasst eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern. Herzstück des Neubaus ist ein großzügiger Bereich für den offenen Ganztag. Dazu gehört auch eine neue Mensa, die zugleich als Mehrzweckraum genutzt werden kann. Die Mensa ist so konzipiert, dass dort bis zu 150 Kinder versorgt werden können. Um den Ablauf im Schulalltag zu erleichtern, ist vorgesehen, die Essensausgabe in zwei Schichten zu organisieren. Bei Bedarf kann der Raum aber auch für größere Veranstaltungen bestuhlt werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Neubaus ist eine moderne, erweiterte Ausgabeküche. Dort sollen künftig einzelne Beilagenkomponenten wie Kartoffeln, Reis oder Pommes frisch zubereitet werden können.
Im Obergeschoss entstehen zusätzliche Klassenräume, Gruppenräume sowie Differenzierungsräume für kleinere Lerngruppen. Von dort aus gelangen die Kinder über eine Röhrenrutsche direkt auf den Schulhof – ein Detail, das vor allem bei den Schülerinnen und Schülern für Begeisterung sorgen dürfte. Darüber hinaus wird der Neubau barrierefrei gestaltet. Geplant sind entsprechende Zugänge sowie ein Aufzug, damit alle Bereiche problemlos erreichbar sind. Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt das Projekt Akzente: Auf dem Dach werden eine Photovoltaikanlage sowie eine Dachbegrünung installiert. Zusätzlich entsteht ein sogenannter Dachschulhof. Ebenso wird die digitale Infrastruktur der Schule weiter optimiert.
Das bestehende Schulgebäude selbst wurde bereits in den vergangenen Jahren umfassend saniert, modernisiert und digital aufgerüstet. Der Erweiterungsbau soll diese Maßnahmen sinnvoll ergänzen und langfristig den steigenden Platzbedarf für die Ganztagsbetreuung decken. Die Kosten für das Bauprojekt belaufen sich nach aktuellen Schätzungen auf rund 4,6 Millionen Euro. Gegenüber der ersten Kostenschätzung aus dem Jahr 2022 habe sich der Betrag laut Stadt Höxter erhöht. Gründe dafür sind unter anderem eine Weiterentwicklung der Planung, zusätzliche Ausstattungsanforderungen sowie die allgemeine Preisentwicklung im Baugewerbe. Die Planungen für das Projekt wurden seit dem Jahr 2024 schrittweise in den zuständigen städtischen Ausschüssen vorgestellt. Inzwischen liegen sämtliche Genehmigungen vor. Auch die statischen Berechnungen, Brandschutzkonzepte und die Ausführungsplanung sind abgeschlossen. Erste Gewerke wurden bereits vergeben, darunter die Erd- und Entwässerungsarbeiten sowie Elektroarbeiten und Maßnahmen zum Blitzschutz. Die Ergebnisse der Ausschreibung für die Rohbauarbeiten befinden sich derzeit in der finalen Prüfung. Mit den Erd- und Entwässerungsarbeiten wurde bereits begonnen.
Bürgermeister Daniel Hartmann betonte beim Baustart die Bedeutung der Investition für die Zukunft der Kinder. „Mit dem Erweiterungsbau schaffen wir für unsere Kinder moderne, funktionale Räume, die Ganztagsbetreuung optimal ermöglichen. Nach der Umsetzung der OGS-Erweiterungen an den großen Grundschulen in der Kernstadt freue ich mich, dass nun endlich auch hier in Albaxen die Umsetzung der Maßnahmen beginnen kann. Gleichzeitig investieren wir nachhaltig in die Zukunft der Schule – und das in einem zeitgemäßen, energiesparenden Standard“, erklärt der Bürgermeister. Der Neubau sei der letzte Baustein in der Reihe der OGS-Ausbauten an den Grundschulen der Stadt.
Auch Dezernatsleiter Stefan Fellmann unterstreicht die Bedeutung des Projekts. Die Grundschule im Wesertal in Albaxen habe als letzte Grundschule im Stadtgebiet eine Ganztagsbetreuung erhalten. Das vorhandene Platzangebot sei jedoch schnell an seine Grenzen gestoßen. Deshalb habe sich die Stadt für den notwendigen Neubau entschieden. Die Grundschule bilde die Basis für die weiterführenden Schulen, weshalb dieser Schritt wichtig und richtig sei, betont Fellmann. Die Bauausführung übernimmt die Abteilung 60 Liegenschaften, Hochbau und Forst der Stadt Höxter. Sie arbeitet dabei eng mit der Abteilung 41 „Schulen, Bücherei und Sport“ zusammen. Unterstützt wird das Projekt außerdem vom Ingenieurbüro Krekeler aus Höxter, das an Planung und Umsetzung beteiligt ist.
Foto: Thomas Kube