Holzminden (red). Bereits zum dritten Mal hat die Aktion Nestputz am Samstag, 21. März, rund 60 Menschen vom Sofa auf die Straßen der Holzmindener Innenstadt geholt. Am Samstag vor dem traditionsreichen Kükenfest organisiert Björn Schrader in enger Abstimmung mit dem Stadtmarketing diesen bürgerschaftlichen Aufräumspaziergang.
Dabei geht es nicht nur um mehr Sauberkeit und Ordnung in der Stadt. Die Aktion soll vor allem auch ein Beispiel dafür sein, wie bürgerschaftliches Engagement ganz konkret aussehen kann – und andere dazu ermutigen, ähnliche Aktionen in Ortsteilen, Wohnquartieren und Ortschaften selbst auf die Beine zu stellen.
Denn am Ende zeigt sich: Zwei Stunden gemeinsamer Einsatz bewirken oft mehr als viele Worte in den sozialen Medien. Viel wird darüber diskutiert, was „die Stadt“ brauche und was besser laufen müsse. Doch wer selbst anpackt, setzt ein sichtbares Zeichen und trägt unmittelbar dazu bei, das eigene Umfeld positiv zu verändern.
Mehr als 60 Teilnehmende waren dem Aufruf Schraders gefolgt und mit großem Einsatz unterwegs. Ausgerüstet mit von den Stadtwerken bereitgestellten Müllgreifern sowie mitgebrachten Pinzetten und Kehrblechen brachten sie erneut einiges an Unrat aus den Ecken der Innenstadt ans Licht.
Dabei zeigte sich – wie in den Vorjahren –, dass die Innenstadt insgesamt deutlich sauberer ist, als es oft subjektiv wahrgenommen wird. Dennoch fanden die Helfer zahlreiche achtlos weggeworfene Abfälle. Besonders auffällig waren erneut Zigarettenkippen, die den größten Anteil des gesammelten Mülls ausmachten.
Obwohl an vielen öffentlichen Mülleimern entsprechende Vorrichtungen vorhanden sind, landen die Kippen noch immer viel zu häufig im öffentlichen Raum. Dabei sind die Auswirkungen keineswegs harmlos: Schon eine einzelne Zigarettenkippe kann mit ihren Schadstoffen 50 bis 60 Liter Grundwasser belasten. Umso wichtiger ist ein bewussterer Umgang mit diesem „Hosentaschenchemieunfall“.
Besonders stark vertreten war in diesem Jahr der Jugendspielmannszug der Feuerwehr. Mit mehr als 20 Teilnehmenden engagierte sich die Gruppe vor allem im Bereich der Teichanlagen. Zum Abschluss gab es für alle Helferinnen und Helfer eine kleine Stärkung: Die Bäckerei Engel und das Weserhotel Schwager spendeten Kuchen, die Getränkequelle stellte Getränke der Marke Bad Harzburger bereit.
Für Organisator Schrader soll es auch 2026 nicht bei dieser einen Aktion bleiben. Bereits im Mai, im Vorfeld des Pfingstwochenendes, ist eine weitere Auflage des Aufräumspaziergangs geplant. Denn in einem Punkt waren sich die Beteiligten einig: Der Nestputz ist eine sinnvolle Aktion, deren Wiederholung sich lohnt – und die gern auch in anderen Teilen der Stadt Nachahmer finden darf.

Fotos: Schrader