Holzminden (red). Am Samstag, 25. April, war das Foyer im Sensoria – Haus der Düfte und Aromen bis auf den letzten Platz gefüllt: Zahlreiche geladene Gäste und Besuchende feierten gemeinsam die Eröffnung der Sonderausstellung „Hungry Eyes – Food-Fotografien riechen, hören, fühlen“. Im Zentrum stehen die ausdrucksstarken, farbintensiven und oftmals überraschenden Werke des Fotografen Ellis Parrinder. Besonders groß war die Freude darüber, dass der britische Fotokünstler persönlich vor Ort sein konnte.
Ausstellung spricht alle Sinne an
Zur Eröffnung begrüßte Geschäftsführerin Barbara Richter die Gäste und machte deutlich, was diese Ausstellung so besonders macht: „Wir zeigen heute nicht einfach Fotografien. Wir zeigen Bilder, die über das Sehen hinausgehen.“ Im Zentrum steht die Frage, was passiert, wenn ein Bild nicht nur betrachtet, sondern auch gerochen, gehört und gespürt wird. Genau diesem Ansatz folgt die Ausstellung, die Fotografie um eine multisensorische Dimension erweitert.
Die Arbeiten von Ellis Parrinder bewegen sich an der Schnittstelle von Realität und Inszenierung. Sie zeigen vertraute Momente und wirken zugleich überraschend entrückt. Im Sensoria werden diese Motive bewusst erweitert: durch Düfte, durch Klang und durch Objekte, die in sogenannten „Black Boxes“ ertastet werden können. Ziel ist es, die Bilder als Zusammenspiel der Sinne erfahrbar zu machen.
Künstler persönlich vor Ort
Im Anschluss an die Begrüßung sprach Ellis Parrinder selbst, sichtlich gerührt von der großen Resonanz. „Hungry Eyes“ ist seine erste Solo-Ausstellung und damit ein besonderer Moment in seiner künstlerischen Laufbahn. Der Fotograf, der ursprünglich aus der Welt der Popkultur kommt und mit Persönlichkeiten wie Coldplay, Kate Winslet oder Meryl Streep gearbeitet hat, entdeckte über einen redaktionellen Auftrag die Food-Fotografie für sich. Heute zählt er zu den führenden Vertretern dieses Genres in Großbritannien und verbindet präzise Bildkomposition mit einem spielerischen, farbintensiven Zugang.
Auch Holzmindens Bürgermeister Christian Belke würdigte die Ausstellung in seiner Ansprache und dankte dem Sensoria-Team rund um Barbara Richter für die Umsetzung dieses Projekts. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er Ellis Parrinder den Coin des Bürgermeisters und lud ihn ein, sich in das Ehrenbuch der Stadt einzutragen.
Austausch und gemeinsamer Ausklang
Ein besonderer Dank galt zudem dem Freundes- und Förderkreis Sensoria, dessen finanzielle Unterstützung die Realisierung der Ausstellung ermöglicht hat. Im Namen des Vereins unterstrich der zweite Vorsitzende Uwe Schünemann die Bedeutung solcher innovativen Formate für die kulturelle Entwicklung der Region.
Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung gaben Barbara Richter und Ellis Parrinder gemeinsam Einblicke in die Werke aus kuratorischer und künstlerischer Perspektive. Während Parrinder seinen Arbeitsprozess erläuterte, zeigte Richter, wie Düfte, Klänge und haptische Elemente die Fotografien erweitern und neue Wahrnehmungsebenen eröffnen. Es entwickelte sich ein lebhafter Austausch mit den Besuchenden, der auch in der abschließenden Fragerunde fortgesetzt wurde.
Bei strahlendem Sonnenschein klang die Veranstaltung schließlich in entspannter Atmosphäre aus – an der Sensoria-Bar mit kühlen Getränken oder bei einem Hot Dog, ganz im Stil der Bildwelt von Ellis Parrinder.
Die Sonderausstellung „Hungry Eyes – Food-Fotografien riechen, hören, fühlen“ ist noch bis zum 31. Oktober 2026 im Sensoria – Haus der Düfte und Aromen zu sehen.
Foto: Matthew Buchanan