Holzminden (red). Mit einem praxisnahen MINT-Projekt haben drei Lehrkräfte aus Holzminden beim Europäischen Science on Stage Festival 2026 in Klaipėda in Litauen überzeugt. Thorsten Pahl, Martin Häusler und Stephan Oppermann von der Georg-von-Langen Schule präsentierten dort ihr Projekt „Mikro-Wasserkraftwerke“ und vertraten Deutschland gemeinsam mit 18 weiteren Lehrkräften auf der größten europäischen Bühne für innovativen MINT-Unterricht.
Lehrkräfte aus Holzminden vertreten Deutschland in Litauen
Vom 28. bis 31. Mai kamen rund 600 Lehrkräfte aus 34 europäischen Ländern in Klaipėda zusammen, um erprobte Unterrichtsideen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik vorzustellen und miteinander zu teilen. Deutschland war mit 21 Lehrkräften und elf ausgewählten Projekten vertreten. Die Projekte hatten sich zuvor beim Nationalen Science on Stage Festival 2025 in Sachsen qualifiziert.
Stefanie Schlunk, Geschäftsführerin von Science on Stage Deutschland, erklärte dazu: „Die deutschen Projekte zeigen eindrucksvoll, wie innovativ und praxisnah MINT-Unterricht sein kann.“
„Mikro-Wasserkraftwerke“ verbinden Technik, Umwelt und Teamarbeit
Das Projekt „Mikro-Wasserkraftwerke“ verfolgt das Ziel, fließende Gewässer mit kleinen, dezentralen Wasserkraftwerken zur Stromerzeugung zu nutzen. Im fächerübergreifenden Unterricht entwickeln die Schülerinnen und Schüler verschiedene technische Ansätze, bauen Modelle mithilfe von CAD und 3D-Druck und testen diese anschließend im Wasserbecken.
Die experimentelle Erprobung zeigt, dass einfache Walzenformen effizienter und stabiler sind als komplexe Konstruktionen. Zugleich stärkt das Projekt Teamarbeit, Problemlösungsfähigkeiten und Umweltbewusstsein. Es verdeutlicht, wie nachhaltige und praktische Lösungen im Unterricht entwickelt, erprobt und kritisch bewertet werden können.
Europäisches Festival setzt Impulse für MINT-Unterricht
Die Bedeutung des Europäischen Science on Stage Festivals wurde auch durch die Teilnahme des litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda sowie der Bildungsministerin Raminta Popovienė unterstrichen. Andreas Schleicher, OECD-Bildungsdirektor und Koordinator der internationalen PISA-Studien, hielt ebenfalls eine Ansprache.
Besonders erfolgreiche Projekte sollen im Anschluss international weiterverbreitet werden, etwa als Fortbildungsangebote oder Unterrichtsmaterialien. Damit trägt Science on Stage Deutschland dazu bei, dass innovative Unterrichtsideen über das Festival hinaus Wirkung entfalten.
Organisiert wurde das Festival von LINEŠA, der Universität Klaipėda und deren STEAM Center sowie Science on Stage Litauen in Kooperation mit Science on Stage Europe. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport der Republik Litauen, den Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Vernier Science Education, Amazon Future Engineer, KU Ateities fondas, VEX Robotics, Port of Klaipėda und Klaipėdos Vanduo.
Foto: Marika Philippsen