Holzminden (awin). Holzmindens Bürgermeister Christian Belke zeigte sich sichtlich erfreut: Bei gutem Wetter und einer deutlich gestiegenen Zahl an Besucherinnen und Besuchern wurde am späten Montagnachmittag auf dem Gelände des Marine-Vereins e. V. am Wasserübungsplatz der zweite nationale Veteranentag begangen. Das Stadtoberhaupt sprach von der dreifachen Anzahl an Gästen im Vergleich zum vergangenen Jahr. Gemeinsam würdigten die Teilnehmenden den Dienst aktiver und ehemaliger Soldatinnen und Soldaten.
Viele Uniformen am Weserufer
Männer und Frauen in Tarnkleidung prägten das Bild der Veranstaltung. Viele aktive Soldaten und Soldatinnen der Panzerbrigade 21 aus Holzminden fanden den Weg ans Weserufer, auch zahlreiche Marine-Uniformen waren zu sehen. Nicht nur ein optisches, sondern auch ein akustisches Highlight war der Gesangverein Altendorf/Einigkeit e. V., der die Veranstaltung unter anderem mit „Großer Gott, wir loben Dich“ und „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ begleitete.
Pünktlich um 17.15 Uhr eröffnete Hermann Ahrens, Vorsitzender des Marine-Vereins e. V. Holzminden, die Veranstaltung. In einer kurzen Ansprache begrüßte einige Gäste namentlich und dankte allen Organisatoren, Helferinnen und Helfern, die zur Ausrichtung des Tages beigetragen hatten. Ein besonderer Dank galt Vereinswirt Hans-Dieter Howind, der mit Speisen und Getränken den passenden Rahmen für die Feier schuf. Ahrens sprach von einer diesem Tag „würdigen Veranstaltung“ und übergab anschließend das Wort an Bürgermeister Christian Belke.
Dank und Respekt für den Dienst
Belke sprach zu Beginn seiner Rede allen aktiven und ehemaligen Soldaten für ihren Dienst am Vaterland Dank aus – einem Dienst, der viele Entbehrungen für die Soldatinnen und Soldaten selbst, aber auch für deren Familien und Freunde mit sich bringe. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie schwer es gerade aktuell sei, diesen Verpflichtungen nachzukommen. Der heutige Tag sei dafür da, Danke zu sagen und den Soldatinnen und Soldaten den Respekt zu zollen, den sie verdienten.
Erfreut zeigte sich das Holzmindener Stadtoberhaupt über die große Resonanz. Es freue ihn, dass man „die Stadtgesellschaft überzeugen konnte und sich diese Veranstaltung durchgesetzt hat“. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass ein solcher Tag stattfinde.
Im weiteren Verlauf seiner Rede sprach Belke mit Blick auf mögliche künftige Krisen das Thema Resilienz an. Er fragte: „Wie resilient sind wir als Zivilgesellschaft?“ Gerade im Hinblick auf eine Krise müssten die Menschen wieder mehr psychische Widerstandsfähigkeit entwickeln, um auf einen möglichen Ernstfall vorbereitet zu sein. In diesem Zusammenhang ging der Bürgermeister auch auf den Tag der Bundeswehr ein, der vor zwei Wochen 27.000 Menschen nach Höxter gezogen hatte. Einerseits sei es schön zu sehen, wie groß das Interesse der Bevölkerung an der Arbeit der Bundeswehr sei, und er gönne jeder Soldatin und jedem Soldaten die verdiente Aufmerksamkeit an diesem Tag. Andererseits bereite es ihm Sorge, dass Deutschland in Zeiten, in denen Russland aufrüste, so viel Einblick in sein Militär gewähre.
Abschied von Militärpfarrerin Claudia Grebe
Bevor Claudia Grebe den Feldgottesdienst übernahm, ehrten Belke und Torsten Graack, stellvertretender Bataillonskommandeur des Panzerpionierbataillons 1, die Militärpfarrerin und -seelsorgerin für ihre langjährige Tätigkeit am Standort. Grebe gab bekannt, dass sie Holzminden verlassen und künftig in Ulm in einem Krankenhaus arbeiten werde. „Das ist keine Entscheidung gegen diesen Ort, denn hier hat man alles, was man braucht. Es ist einfach eine Entscheidung für einen neuen Standort“, begründete Grebe ihren Schritt.
Nach dem Feldgottesdienst blieb auf dem Gelände des Marine-Vereins noch Zeit für Gespräche, Bratwurst vom Grill und kühle Getränke. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, den Abend am Weserufer gemeinsam ausklingen zu lassen.
Fotos: awin