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Freitag, 12. Juni 2026 Mediadaten
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Holzminden (red). Immer mehr Elektro-Pkw kommen als Gebrauchtwagen auf den Markt. Für Käuferinnen und Käufer wächst damit die Auswahl, zugleich eröffnet sich vielen ein günstigerer Einstieg in die Elektromobilität. Vor dem Kauf sollten Interessierte jedoch genau prüfen, welche Angaben zum Fahrzeug tatsächlich belegt werden können. Besonders der Zustand der Hochvoltbatterie, die Ladeleistung und die Servicehistorie spielen eine wichtige Rolle.

„Viele schauen auf Preis, Alter und Laufleistung. Beim E-Auto lohnt es sich aber, genauer hinzusehen“, sagt Jens Niebergall, Leiter der TÜV NORD Station Holzminden. „Wer wichtige Angaben nicht überprüfen kann, kauft im Zweifel mit einer größeren Unsicherheit. Deshalb sollte man sich relevante Nachweise immer zeigen lassen.“

Batteriezustand und SoH-Nachweis prüfen

An erster Stelle steht nach Angaben des TÜV NORD der Zustand der Hochvoltbatterie. Käuferinnen und Käufer sollten deshalb nach einem aktuellen SoH-Nachweis fragen. SoH steht für State of Health und beschreibt, in welchem Zustand sich die Batterie befindet und wie viel ihrer ursprünglichen Kapazität noch verfügbar ist.

„Anders als eine Garantie beschreibt der SoH-Wert den tatsächlichen Zustand des Akkus zum Zeitpunkt der Prüfung. Ein aktueller Nachweis schafft deshalb Transparenz und erleichtert den Vergleich verschiedener Fahrzeuge“, sagt Niebergall. Liegt kein entsprechender Nachweis vor, könne eine unabhängige Prüfung wie der TÜV NORD BatterieCheck zusätzliche Sicherheit schaffen.

Batteriegarantie, Reichweite und Ladeverhalten

Auch eine noch bestehende Batteriegarantie kann beim Kauf eines gebrauchten Elektro-Pkw ein wichtiger Faktor sein. Interessierte sollten prüfen, ob die Garantie tatsächlich noch gilt und welche Bedingungen damit verbunden sind. Entscheidend seien vor allem Laufzeit, Kilometerstand und mögliche Vorgaben des Herstellers. Eine bloße Aussage zur Garantie sollte immer durch Unterlagen belegt werden.

Die angegebene Reichweite dient zwar als Orientierung, sagt aber wenig über den tatsächlichen Alltagseinsatz aus. Außentemperatur, Fahrweise sowie Heizung oder Klimaanlage beeinflussen den Verbrauch deutlich. Deshalb empfiehlt es sich, Verbrauchs- und Reichweitenwerte direkt im Fahrzeug anzeigen zu lassen und diese bei einer Probefahrt zu überprüfen.

Nicht nur die Reichweite, sondern auch das Ladeverhalten entscheidet über die Alltagstauglichkeit eines Elektro-Pkw. Käuferinnen und Käufer sollten nach Erfahrungen beim Schnellladen fragen oder einen kurzen Ladevorgang vereinbaren. „Hilfreich sind zudem Angaben aus Lade-Apps oder dokumentierte Praxiswerte. Wiederkehrende Ladeabbrüche oder starke Leistungsschwankungen sollten nachvollziehbar erklärt werden können“, sagt der TÜV-Experte.

Serviceunterlagen und mögliche Unfallschäden

Serviceeinträge, Software-Updates und dokumentierte Reparaturen helfen dabei, den Zustand eines Fahrzeugs besser einzuschätzen. Käuferinnen und Käufer sollten sich daher Serviceunterlagen, Nachweise und Rechnungen zeigen lassen. Fehlen solche Dokumente, lässt sich häufig nur schwer nachvollziehen, welche Arbeiten tatsächlich durchgeführt wurden.

Wie bei jedem Gebrauchtwagen sollte auch nach Unfallschäden gefragt werden. Angaben wie „unfallfrei“ sollten möglichst schriftlich festgehalten sein. Wurden Schäden repariert, können Rechnungen, Gutachten oder Fotos Aufschluss über Umfang und Qualität der Arbeiten geben. Zusätzlich können Lackbild, Spaltmaße und Unterboden Hinweise auf frühere Reparaturen liefern.

„Beim gebrauchten E-Auto entscheiden oft Faktoren über den Fahrzeugwert, die sich nicht auf den ersten Blick erkennen lassen“, sagt Niebergall. „Wer sich relevante Unterlagen zeigen lässt und offene Fragen vor dem Kauf klärt, kann Angebote deutlich besser vergleichen und unangenehme Überraschungen vermeiden.“

Foto: Symbolfoto

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