Freitag, 13. Juli 2018 14:19 Uhr

Der Fachkräftemangel und wer macht was? Otto Künnecke für den Niedersächsischen Wirtschaftspreis 2018 nominiert

Holzminden (red). Die Anstrengungen sind groß, der Erfolg ist mäßig – bundesweit werden Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft gesucht - eigentlich kann es keiner mehr hören. Doch er bleibt akut, der Fachkräftemangel.

Jeder will die Besten, aber die sind rar und nicht leicht zu bekommen. Die Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen, damit der befähigte Mitarbeiter den Weg zu ihnen findet. Das beginnt mit der Stellenausschreibung. Online oder Print, ganz egal: hier steht was der Unternehmer sucht und was er dafür auf den Tisch legt. Hat das Unternehmen noch eine Top Adresse in München, Hamburg oder Berlin und ist das gewünschte Profil nebst Anforderungen an Teamfähigkeit, hoher Belastung und umfangreichen Computerkenntnissen plus Excel vorhanden, erfreut sich das Personalbüro einer Vielzahl an aussagekräftigen Bewerbungen. Bei weitem nicht alle Unternehmen sind demographisch so bevorzugt, insbesondere nicht der familiär gewachsene Mittelstand im ländlichen Bereich, dieser Mischung aus strukturschwachem Niemandsland und naturbelassener Anmutung.

Hier sind die Unternehmen besonders gefragt, die müssen sich etwas mehr einfallen lassen und können nicht mit schmucken Biergärten vor Alpenpanorama für sich werben. Wer sich also nicht von dem Sog einer pulsierenden Lifestyle Metropole mitziehen lassen kann, muss mehr für seine zukünftigen Fachkräfte tun als andere.

Das diese schwierige Aufgabe lösbar sein kann, konnte das Holzmindener Unternehmen Otto Künnecke GmbH eindrucksvoll unter Beweis stellen. Und zwar so gut, dass das Unternehmen zu den drei nominierten Unternehmen Niedersachsens gehört, die für den diesjährigen Niedersächsischen Wirtschaftspreis vorgeschlagen sind.

„Auch der Himmel über dem Weserbergland ist Weiß Blau, sagt Otto Künnecke lächelnd, auch wenn wir in Puncto Lederhosen nicht mithalten können. Wenn es jedoch darum geht, eine potentielle Fachkraft für uns zu gewinnen haben wir ein Unternehmenskonzept entwickelt, dass in einem mittelständischem familiengeführtem Betrieb selten ist und manchmal auch einen Spagat bedeutet.“ Zunächst bietet der Maschinenbauer attraktive Arbeitszeitmodelle an, die allen Mitarbeitern ein Maximum an Flexibilität zur Gestaltung ihres privaten Umfeldes ermöglichen. Ein Grundstein für zukünftige Familienplanung oder andere Lebenssituationen auf die ein Mitarbeiter reagieren möchte oder manchmal auch muss.

„So ein Arbeitszeitmodell ist klasse, manchmal wünsche ich mir das auch für mich, ich weiß wie wichtig das für jeden Mitarbeiter ist. Darüber hinaus wollen wir ihm auch Sicherheit und Zukunft bieten, das ist wichtig und er hat auch ein Recht darauf. Das wird nur funktionieren, indem wir uns ständig mit dem Markt verändern und uns gemeinsam mit ihm entwickeln. Was wir brauchen ist die Möglichkeit uns permanent weiter zu bilden. Lernen – das bedeutet Veränderung, Karriere, Abenteuer und Abwechslung. Damit entsteht Spaß, Freude an der Arbeit und großartiges Engagement. Der Mittelstand investiert immer mehr in die Fähigkeiten seiner Mitarbeit, er beginnt seine Talente zu entdecken und zu fördern. Das ist etwas, das Unternehmen und Mitarbeiter einvernehmlich tun müssen, das verbindet, macht stark und tut gut.“

Fachkräfte suchen, Fachkräfte permanent ausbilden und Fachkräfte generieren. Gerade diese Basisarbeit ist wichtig. Es beginnt ganz klassisch mit dem Girls & Boys Day, dem Tag der offenen Betriebstür, Kooperationsverträgen mit Schulen in der Region und endet in Hochschulen und Universitäten. Werkstudenten aus verschiedenen Disziplinen arbeiten im Unternehmen und verfassen ihre Bachelor- und Masterarbeit, selbst Praktikanten aus den Vereinigten Staaten kommen ins Weserbergland, um in diesem Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. „Je intensiver wir unserer Idee nachgehen, umso mehr sehen wir die Erfolge, die daraus entstehen. Dabei haben wir Fehler gemacht und werden weiterhin Fehler begehen. Das ist unser Weg, das ist unser Erfahrungsschatz, hier liegt unsere Zukunft und Beständigkeit, “ sagt Carl Otto Künnecke mit einem zufriedenen Gesicht.

Das ist ein Statement, das klingt wie eine Kampfansage gegen weitverbreitete Lethargie und ewiges Klagen. Möglicherweise auch ein Grund zur Nominierung zum Niedersächsischen Wirtschaftspreis 2018. Das diesjährige Thema lautet „Innovative Modelle zur Fachkräftegewinnung“, die Verleihung findet im Herbst in Hannover statt. Die Firma Otto Künnecke gehört zu drei auserwählten, gewonnen haben bereits alle drei.

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