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Freitag, 26. Juni 2026 Mediadaten
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Holzminden (TKu). Rund ein Jahr nach der Grundsteinlegung hat der Landkreis Holzminden das Richtfest für die neue Rettungsdienstzentrale im Gewerbegebiet „Im Sieken“ am Bültekreisel gefeiert. Mit dem traditionellen Richtspruch des Zimmermanns wurde der Baufortschritt gewürdigt. Der Richtkranz hing gut sichtbar am Kran über dem Neubau, während zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Rettungsdienst und beteiligten Unternehmen den Fortgang des größten Bauprojekts des Landkreises verfolgten.

Traditionelles Richtfest gefeiert

Gemeinsam mit dem Zimmermann verfolgte Landrat Michael Schünemann den traditionellen Richtspruch vom Dach des Gebäudes. Dabei dankte der Zimmermann den Bauherren, Planern und Handwerkern für ihre Arbeit und wünschte dem Bauwerk für die Zukunft Glück und Beständigkeit. Im Anschluss zerschlug die kleine Abordnung auf dem Dach nach alter Handwerkstradition ein Glas auf dem Boden, das dem Gebäude Glück bringen soll.

Fertigstellung verzögert sich

Landrat Michael Schünemann zeigte sich erfreut darüber, dass die Bauarbeiten sichtbar vorangeschritten sind. Das Richtfest sei ein bedeutender Meilenstein für eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte des Landkreises. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der ursprünglich vorgesehene Zeitplan nicht eingehalten werden könne. Nach aktuellem Stand werde der Neubau nicht wie zunächst geplant Ende 2026 bezugsfertig sein. Mit einer Fertigstellung und dem Einzug sei vielmehr erst Mitte 2027 zu rechnen. Ziel sei es, ein modernes und zukunftsfähiges Rettungsdienstzentrum zu errichten, das den steigenden Anforderungen an den Rettungsdienst langfristig gerecht werde.

Modernes Rettungsdienstzentrum entsteht

Mit einem Investitionsvolumen von rund 21,3 Millionen Euro handelt es sich um das bislang größte Bauprojekt des Landkreises Holzminden. Der Neubau bündelt künftig mehrere bislang getrennte Einrichtungen an einem zentralen Standort. Neben einer modernen Rettungswache entstehen dort die Verwaltung des Rettungsdienstes, eine Lehrrettungswache mit Schulungs- und Fortbildungsräumen sowie Fahrzeughallen, Werkstatt- und Lagerflächen. Darüber hinaus werden Bereiche geschaffen, die im Falle von Großschadenslagen oder außergewöhnlichen Einsatzlagen genutzt werden können. Moderne Sozial- und Aufenthaltsräume sollen den Beschäftigten zeitgemäße Arbeitsbedingungen bieten.

Nachhaltiges Energiekonzept

Auch energetisch setzt der Landkreis auf ein nachhaltiges Konzept. Das Gebäude wird als Holz-Hybridbau errichtet und mit einer Kombination aus Geothermie, einer großflächigen Photovoltaikanlage einschließlich Batteriespeicher sowie begrünten Dachflächen ausgestattet. Hinzu kommen Ladeinfrastruktur für Einsatz- und Dienstfahrzeuge sowie eine Netzersatzanlage, die einen autarken Betrieb auch bei einem Ausfall der öffentlichen Stromversorgung ermöglichen soll.

Mit dem neuen Rettungsdienstzentrum verfolgt der Landkreis das Ziel, die bislang auf mehrere Standorte verteilten Aufgaben an einem Ort zu bündeln. Dadurch sollen Abläufe effizienter gestaltet, Ausrückzeiten verbessert und die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Hilfsfristen unterstützt werden. Gleichzeitig entstehen bessere Voraussetzungen für die Ausbildung von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern sowie für die organisatorische Weiterentwicklung des Rettungsdienstes.

Verkehrsgünstiger Standort

Der Standort im Gewerbegebiet „Im Sieken“ wurde aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage ausgewählt. Über den Bültekreisel können sowohl das Stadtgebiet Holzminden als auch die umliegenden Gemeinden in Richtung Solling, Bevern und Stahle schnell erreicht werden. Damit sollen die Einsatzkräfte künftig noch flexibler auf Notfälle im gesamten Kreisgebiet reagieren können.

Mit dem Richtfest ist nun ein weiterer wichtiger Bauabschnitt abgeschlossen. Bis zur Inbetriebnahme stehen jedoch noch umfangreiche Arbeiten im Innenausbau sowie bei der technischen Ausstattung des Gebäudes an. Trotz der eingetretenen Verzögerung zeigte sich Landrat Michael Schünemann zuversichtlich, dass mit der neuen Rettungsdienstzentrale eine leistungsfähige und moderne Infrastruktur für den Rettungsdienst im Landkreis Holzminden geschaffen werde.

 

Fotos/Videos: Thomas Kube

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