Holzminden (awin). Wer mit Kindern unterwegs ist, kennt das Problem: Ein Spielplatzbesuch dauert oft länger als geplant. Doch wenn in der Nähe keine Toilette erreichbar ist, kann aus einem entspannten Nachmittag schnell eine praktische Herausforderung werden. Genau dieser Punkt soll nun auch rund um das geplante HOLinja-Projekt in der Teichenanlage in den Blick genommen werden. Der Rat der Stadt Holzminden hat am Dienstag, 30. Juni, einstimmig einem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt.
Das Projekt „Holzminden goes Ninja“ soll damit nicht allein als neuer Bewegungsparcours betrachtet werden. Vielmehr geht es darum, das Umfeld mitzudenken: mit einer möglichen öffentlichen, barrierefreien Toilette und einer Aufwertung des bereits vorhandenen Kinderspielplatzes in der Teichenanlage.
Eine Toilette für längere Aufenthalte?
Der geplante Ninja-Parcours dürfte vor allem Kinder, Jugendliche und Familien anziehen. Nach Einschätzung der SPD fehlt dafür bislang eine wichtige Voraussetzung: eine öffentlich zugängliche Toilette in unmittelbarer Nähe. Die nächste öffentliche Sanitäranlage liegt in der Innenstadt. Für Familien mit kleinen Kindern, aber auch für Menschen mit Einschränkungen, kann das zum Problem werden, wenn sie sich länger in der Teichenanlage aufhalten möchten.
Die Verwaltung soll deshalb bis spätestens zur Ratssitzung im September 2026 klären, ob eine barrierefreie Toilette in der Nähe des HOLinja-Parcours möglich ist. Dabei sollen verschiedene Standorte, eine feste oder mobile Lösung sowie mögliche Finanzierungswege geprüft werden.
Bestehender Spielplatz rückt mit in den Fokus
Der Antrag richtet den Blick aber nicht nur auf den neuen Parcours. Auch der vorhandene Kinderspielplatz in der Teichenanlage soll stärker einbezogen und verbessert werden. Grundlage dafür sollen unter anderem die Ergebnisse des SPD-Spielplatzchecks sein. Dort wurden veraltete Spielgeräte sowie der Wunsch nach mehr Spielmöglichkeiten und zusätzlichen Sitzgelegenheiten benannt.
Künftig soll untersucht werden, wie der Spielplatz sicherer, vielseitiger und inklusiver gestaltet werden kann. Dazu gehören barrierefreie Zugänge, mögliche Rampen, ausreichend Sitzplätze für Eltern und Betreuungspersonen sowie Spielangebote, die auch Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten besser einbeziehen. Auch die Vorgaben der DIN EN 1176 für Spielplatzgeräte sollen dabei berücksichtigt werden.
Darüber hinaus soll geprüft werden, ob der Spielplatz und der HOLinja-Parcours stärker miteinander verbunden werden können. Denkbar wären Übergangspfade, die beide Bereiche gestalterisch und thematisch zusammenführen. So könnte aus dem neuen Bewegungsangebot und dem bestehenden Spielplatz ein Ort entstehen, an dem Kinder, Jugendliche und Familien nicht nur kurz vorbeischauen, sondern gern länger bleiben.
Für die Umsetzung soll die Verwaltung außerdem mögliche Fördermittel prüfen. Der Beschluss bedeutet damit noch keine fertige Baumaßnahme. Er setzt aber den Auftrag, die Teichenanlage rund um HOLinja weiterzudenken.
Foto: Symbolfoto