Holzminden (haa). „Gleichgesinnte und Mitmacher entscheiden über Erfolg und Misserfolg“, betont der Holzmindener Bürgermeister Christian Belke. Erfolge möchte er nun in der Sauberkeit der Stadt erzielen – mit einer Task-Force, bestehend aus Verantwortlichen der Stadtverwaltung, der Landkreisverwaltung, der Abfallwirtschaft und der Stadtwerke. Diese entwickelten seit Anfang dieses Jahres eigene Ideen, um der Verschmutzung der Stadt entgegenzuwirken. Die geplanten Maßnahmen wurden von den Mitgliedern am vergangenen Montag auf einer Pressekonferenz vorgestellt und sollen nun nach und nach inkrafttreten.
Wer regelmäßig seinen Müll bei den Sammelstellen der Altglas- und Abfallcontainer entsorgt, hat es vielleicht schon gesehen: Schilder mit der Aufschrift „Müll abladen verboten“ – und das in sechs verschiedenen Sprachen. Gemeint ist die Sauberhaltung der Plätze neben den Containern. „Das allein reicht nicht, aber es dient als Anfang. Das Bündel der Maßnahmen muss dann greifen“, erklärt Belke und ergänzt: „Es geht auch um Eigeninitiative. Nicht nur Kritik an der Sauberkeit zu üben, sondern auch selbst tätig zu werden.“
Dazu haben sich die Mitglieder der Task Force Folgendes überlegt: Müllpatenschaften. Hier hat jeder die Möglichkeit, eine Patenschaft für eine bestimmte Straße, einen Spielplatz, eine Laterne etc. zu übernehmen. Dabei würde sich die betreffende Person um die Reinigung dieser angemeldeten Zone kümmern. Wie lange die Verantwortung übernommen wird, bleibt jedem selbst überlassen. Belke appelliert aber auch an Kitas, Schulen, Organisationen und Vereine, eine Patenschaft zu übernehmen, und stellt klar: „Damit ist unserer Stadt enorm geholfen.“
Als wichtigen Baustein hat sich die Task-Force auch die Öffentlichkeitsarbeit in Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen vorgenommen. Mithilfe von Aktionstagen sollen Kinder schon früh etwas über ordnungsgemäße Müllentsorgung lernen. Die allgemeine Vertreterin der Stadt Holzminden, Alena Friese, meint: „Auf diese Weise können wir über die Kinder auch die Eltern erreichen.“
Zudem soll die Präsenz des Ordnungsamtes in der Stadt erhöht werden. Höhere Ahndungen und Bußgelder seien die Folge bei wiederholter Missachtung der regulären Abfallentsorgung. Dies möchte Belke eigentlich vermeiden, sieht sich aber bei unveränderten Zuständen gezwungen zu handeln. Plakataktionen für Hundebesitzer sollen den Holzmindenern ins Gedächtnis rufen, wie wichtig eine saubere Umwelt für ihre Stadt ist. In der Innenstadt selbst seien laut Belke viele Hundekotbeutel-Spender vorzufinden, die nach Anmerkungen der Einwohner bereits aufgestockt wurden.
Carsten Becker vom Landkreis Holzminden wies zudem auf die Aktion „Saubere Landschaft“ der Holzmindener Abfallwirtschaft hin, bei der die Bürger des Landkreises eingeladen sind, die Natur im Frühjahr von wildem Müll zu befreien. Solche Aktionen sollen vermehrt durch eigene Absprachen mit Bekannten, Freunden und Nachbarn oder mithilfe von Kitas, Schulen und Vereinen geplant werden.
Die Task-Force möchte auch die Bürger der Stadt sensibilisieren – für die Schäden, die durch Umweltverschmutzung entstehen. Ein kleiner Schritt mit großem Effekt wäre es, die Zigarette das nächste Mal nicht auf den Boden, sondern in den Müll zu werfen. Dies würde bereits einen großen Beitrag dazu leisten, die Stadt wieder auf Vordermann zu bringen. Silvia Backhaus, Stabsstelle für Ratsarbeit und Kommunikation, stellte noch einmal das Wort „Gemeinsam“ in den Mittelpunkt. „Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder mehr miteinander sprechen“, macht sie deutlich und ergänzt: „Wenn jeder den anderen darauf aufmerksam macht, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, dann würden alle einen positiven Beitrag leisten.“ Die Task-Force werde genau beobachten, welche Ideen Wirkung zeigen. Sollten diese nicht den gewünschten Effekt bringen, müssten schärfere Maßnahmen in Erwägung gezogen werden, wie beispielsweise eine Videoüberwachung. Doch bevor es dazu kommt, sollen alle einfacheren Maßnahmen ausgeschöpft werden.