Holzminden (red). In Holzminden ist am Orange Day, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, ein deutliches Signal gesetzt worden. In der Drehscheibe kamen die Beratungsstellen BISS und Befem, das Frauenhaus sowie die Gleichstellungsbeauftragten zusammen, um auf die weiterhin hohe Bedeutung des Themas aufmerksam zu machen und insbesondere die Rolle des Antifeminismus zu beleuchten.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde betont, dass Gewalt gegen Frauen „leider keine Sache der Vergangenheit“ sei. Sie zeige sich im familiären Umfeld, in sexualisierter Gewalt, in wirtschaftlicher Abhängigkeit sowie in Benachteiligungen des Alltags. Besonders im digitalen Raum seien Frauen heute mehr als zuvor Hass, Beleidigungen und gezielten Angriffen ausgesetzt. Ein zentraler Schwerpunkt widmete sich dem Antifeminismus. Die Organisatorinnen warnten, dass antifeministische Strömungen Frauenrechte infrage stellten und häufig eng mit Gewalt verknüpft seien. Antifeminismus verharmlost Übergriffe, schüre Feindseligkeit und trage dazu bei, dass Frauen sich weniger sicher fühlen. „Antifeminismus ist ein Nährboden für Gewalt“, wurde in der Veranstaltung hervorgehoben.
Den Auftakt bildete ein bewusst gewähltes „Kaffeekränzchen“ – ein geschützter Raum für Austausch und Zuhören. Der Begriff erinnerte daran, dass solche Runden früher zu den wenigen Orten gehörten, an denen Frauen offen sprechen konnten. Heute solle er zeigen, wie bedeutsam Respekt, Solidarität und gegenseitiges Zuhören seien, um antifeministischen Tendenzen entgegenzutreten. Im Eingangsbereich präsentierten verschiedene Einrichtungen ihre Beratungsangebote. Im Anschluss erläuterte eine Vertreterin der Amadeu Antonio Stiftung die zunehmende Verbreitung antifeministischer Haltungen und deren konkrete Auswirkungen. Sie ging darauf ein, wie Antifeminismus und Gewalt zusammenhängen und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, um sich dagegen zu wehren.
Den Abschluss bildete ein poetischer Beitrag von „Ruby schreibt Zeugs“ zum Thema „Geschlechter im öffentlichen Raum“, der die Veranstaltung mit einem nachdenklichen künstlerischen Impuls abrundete.


Fotos: Gleichstellungsbüro